Tag-Archiv für 'kapitalismus'

Es herrscht…

Es herrscht Anarchie der gesellschaftlichen Produktion. Aber die Warenproduktion, wie jede andere Produktionsform, hat ihre eigentümlichen, inhärenten, von ihr untrennbaren Gesetze; und diese Gesetze setzen sich durch, trotz der Anarchie, in ihr, durch sie. Sie kommen zum Vorschein in der einzigen, fortbestehenden Form des gesellschaftlichen Zusammenhangs, im Austausch, und machen sich geltend gegenüber den einzelnen Produzenten als Zwangsgesetze der Konkurrenz. Sie sind diesen Produzenten also anfangs selbst unbekannt und müssen erst durch lange Erfahrung nach und nach von ihnen entdeckt werden. Sie setzen sich also durch, ohne die Produzenten und gegen die Produzenten, als blindwirkende Naturgesetze ihrer Produktionsform. Das Produkt beherrscht die Produzenten.

Friedrich Engels: „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“

Auch wenn es eher heißen müsste: …diese Gesetze setzen sich durch, aufgrund der Anarchie, wegen dem Nebeneinander der Privatproduzenten und Eigentümer, welches „Konstituentien der Erfahrung“(Adorno) produduziert und reproduziert.

Kapitalismus gegen Armut und Krieg?

Nie wieder schreibe ich ein Text in dem Eingabefeld vom Weblog. Grade bin ich mit einem Text zu Mikrozinsen und zum Friedensnobelpreis 2006 fertig geworden, da drücke ich auf den falschen Button und der Text ist weg.
Deshalb gibt es ein nur sehr kurzes Textchen in dem etwas unvermittelt die wichtigesten Punkte erwähnt werden.

Objektive Ursachen scheinen für die Befürworter von Mikrozinsen nicht zu existieren, oder aber diese werden im Zins oder in der Höhe der Zinssätze situiert. Was an dieser Vorstellung falsch ist, beschreibe ich hier.
Ins Auge springen sonst vor allem zwei Dinge: Mikrozinsen „ändern“ nicht viel, sondern verleihen den pauperisierten Massen lediglich die Möglichkeit erhöhter geschäftlicher Potenz. Diese soll dann als Mittel auf dem Markt fungieren. Dass dies, in Anbetracht einer entwickelten kapitalistischen Produktionsweise, nahezu nicht erfolgreich sein kann ist offensichtlich. Selbst wenn jemand Erfolg haben sollte, setzt sich der Erfolg gegen die ökonomischen „Mitstreiter“ durch. Konkurrenz soll also als Mittel für Armutslinderung eingesetzt werden.
Beachtenswert ist außerdem die Idiotie, den Menschen in Armutsländern fehle es an Idealen und dieser vermeintliche Mangel sei Grund für ihre Armut: So wird das Projekt des Friedensnobelpreisträgers auch gelobt, weil es „Eigeninitiative“ und „Risikobereitschaft“ fordert. Wenn aber solche Werte proklamiert werden, ist das als Drohung zu verstehen.
Als Lösung für das Problem soll dies funktionieren, was das Problem überhaupt erst produziert hat: Kapitalismus!

Zwei Blognachbarn haben übrigens auch schon etwas zum Friedensnobelpreis 2006 verfasst: MPunkt und ascetonym. Walgesang hat einen Text zur Thematik hochgeladen.

Gesundheitsreform

Kritisches zur Gesundheitsreform und zur Demographiedebatte merkt Nadja Rakowitz in einem Interview an.

Die Biologisierung der Demographiedebatte, wie sie etwa die FDP mit ihrem Wahlspruch „Frei Deutsch Paarungswillig“ forcierte, wird leider nicht angesprochen. Dazu sei nur kurz erwähnt, dass Rentensicherheit keine Frage der Biologie ist, sondern vielmehr eine sozialpolitische Herausforderung darstellt: Wie groß ist der Reichtum, und wie wird dieser verteilt?

Fragmente der Kritik: (Neo-)Liberalismus

Hier sollen nur einige Aspekte oder Gedanken der (neo-)liberalen Theorie kritisiert, jedoch kein kritischer Überblick über diese verschafft werden. Ein Überblick verschafft z.B. der Text von Systemtranszendenz, „(Neo)liberalismus“.

Ein großer Unterschied zwischen Marx und Hayek besteht in der Konzeption menschlichen Handelns: Marx fordert im Sinne der Aufklärung Erkenntnis der Realität und folglich bewusste (Um-)Gestaltung dieser durch den Mensch. Er fordert eine Emanzipation des Menschen über scheinbare Natürlichkeiten hinaus und zeigt folgerichtig, dass der Markt, das kapitalistische Wirtschaftswesen abschaffbar ist.
Hayek hingegen fasst den Markt als hohes, gar höchstes Produkt menschlicher Entwicklung und Zivilisation auf, welcher nicht durch Eingriffe des Menschen gesteuert werden soll.
(mehr…)

Fragmente der Kritik: VWL

Im Folgenden sollen einige wenige kritische Anmerkungen zur Volkswirtschaftslehre gemacht werden:

Ein Marxisten bekanntes „Problem“ der VWL besteht darin, dass diese nichtmal ansatzweise zu ergründen sucht, was der Wert der Ware ist. In dem Buch „Im Kreislauf der Wirtschaft-Einführung in die Volkswirtschaftslehre“, herausgegeben vom Bundesverband deutscher Banken e.V. heißt es in dem Kapitel „Der Wert des Geldes“:

„Da wir mit Geld Werte (z.B. ein Brot,…) erwerben können, muss es selbst Wert haben.“

Zu Beginn direkt der erste Fehler. (mehr…)