Die Peripherie kommt im Zentrum an: zur Wiederholung derselben Austeritätsfehler

In der Debatte um Griechenland wird gerne vergessen, dass all das, was wir gerade erleben, kein Novum ist: All das gab es schonmal, nämlich in Gestalt der neoliberalen „Strukturanpassungsprogramme“, die den Entwicklungsländern in den 80ern als Bedingung für Kredite diktiert wurden, mit denen sie ihre Schulden bezahlen sollten. Für die Wirtschaftsentwicklung waren diese Programme entweder nutzlos oder sogar schädlich. Jetzt soll derselbe Fehler wiederholt werden, nur diesmal im kapitalistischen Zentrum. – Die Hilfsorganisation „Medico International“, die Erfahrung mit der Austerität in Entwicklungsländern hat, warnt: „Es ist in diesen Regionen bis heute nicht gelungen, die verheerenden Folgen dieser Maßnahmen zurückzunehmen und funktionierende Institutionen des Gemeinwohls, rechtsstaatliche Verhältnisse, für alle zugängliche Gesundheitsfürsorge wieder aufzubauen. Einmal zerstört, kommen diese Strukturen unter den Bedingungen des globalisierten neoliberalen Kapitalismus nicht wieder.“ (Medico International)