Brutale Menschenverachtung im Focus

Diesen über das Maß der widerwärtigen Normalität abstoßenden Artikel im Focus von Michael Klonovsky antifeministisch zu nennen, wäre eine enorme Verharmlosung. Der Text ist so ekelhaft brutal, dass mir wirklich die Worte fehlen. Der Vorteil von dem offenen Hass des Textes ist, dass er die zentralen „Argumente“ aka Ressentiments der sexistisch-antifeministischen Bewegung in verdichteter Form ausformuliert. Normalerweise müssen die Triebfedern dieser Bewegung unter einer tiefen Schicht strategischer Differenzierungen erst freigelegt werden, hier liegen sie bereits relativ offen dar.

P.S.: Michael Klonovsky schreibt auch unter dem ins Unendliche anmaßenden Titel „Minima Moralia“ schlecht kopierte Aphorismen, nein: Stammtischweisheiten, verpackt im Jargon des Feuilletonintellektualismus. Er lässt sich auch über High Heels aus und befindet:

Doch nicht im angeblich hilflosen Gestöckel, welches dem Unterwerfungstrieb des Mannes entgegenkomme, liegt der tiefe Sinn der holden Treter, sondern in der Umwandlung des Gehens ins Schreiten. Nahezu jede Frau, die in High Heels schlüpft, empfängt prompt den Segen der Grazien. Folge uns, sprechen diese Schuhe, wir erzählen dir alle Mysterien der Schönheit und der Lust. Das ist ein bisschen spezielle Gymnastik allemal wert.

Dieses abermals unglaubliche Brutalität ist eigentlich ein Befehl: Das Tragen von High Heels hat Frauen gefälligst Ausgleichsgymnastik oder eben physische Schmerzen wert zu sein, damit Männer ihnen gestatten, schön zu sein. Noch selbst diese Schönheit ist Ideologie, denn schön findet der Mann nur die Erniedrigung der Frau.

Eins, zwei, viele Solanas für alle Michael Klonovskys!


4 Antworten auf “Brutale Menschenverachtung im Focus”


  1. Gravatar Icon 1 Wayne 21. Januar 2011 um 11:29 Uhr

    Was erwartest Du vom Focus? Ich zumindest genau das! Habe jetzt auch mal kurz draufgeklickt und musste nach der Kausalität „Feminismus-Arbeitsplatzabbau (für Männer)“ angewidert wegklicken.

  2. Gravatar Icon 2 schorsch 21. Januar 2011 um 13:10 Uhr

    Ja, eigentlich will man nach fast jedem Satz angewiedert wegklicken. Also ich kenne den Focus tatsächlich nicht so gut, ich hab in in eine Reihe mit Spiegel, Stern usw. gestellt, also diese eigenartige Gattung der Nachrichtenheftchen fürs Bürgertum. Dass in einem solchen, das sich ja an eine breite Masse wendet, Derartiges geschrieben wird, hätte ich tatsächlich nicht erwartet – was meiner Focus-Unkenntnis geschuldet sein kann. Aber auch sonst gingen die Angriffe in diesem Text doch recht weit über das hinaus, was mir so alltäglich begegnet.

  3. Gravatar Icon 3 James T. Kirk 17. Mai 2011 um 18:00 Uhr

    Du beschwerst Dich über einen angeblich menschenverachtenden Artikel im Focus, wünschst Herrn Klonovsky allerdings mehrere Solanas an den Hals, sprichst Dich also offenbar für Gewaltanwendung gegen Klonovsky oder Tötung desselbigen aus.

    Kannst Du zu diesem Widerspruch einmal Stellung nehmen? Ich finde den Artikel nicht menschenverachtend, sondern leicht satirisch und humorvoll unkorrekt. Ich kann der Kritik an der Gender-Ideologie nur ausdrücklich zustimmen, die Klonovsky formuliert.

    In Deiner Kritik finden sich kaum inhaltliche Argumente gegen die Aussagen Klonovskys.

    Du benutzt mehrmals das Wort „antifeministisch“ und bringst damit zum Ausdruck, dies sei etwas Schlechtes. Mich würde sehr interessieren, was dieses Wort eigentlich genau bedeutet. Denn gegen den Feminismus zu sein als solches muß ja noch nichts Schlechtes sein.

    Dein Artikel besteht größtenteils aus Verleumdungen, Verdrehungen und Suggestionen, wie es typisch ist für Leute, die sich als feministisch bezeichnen oder der Gender-Bewegung nahestehen.

  4. Gravatar Icon 4 schorsch 17. Mai 2011 um 20:02 Uhr

    „sprichst Dich also offenbar für Gewaltanwendung gegen Klonovsky oder Tötung desselbigen aus“

    Nein, dass ist „leicht satirisch und humorvoll unkorrekt“.

    Ich glaube eine Diskussion ist, wenn du das Menschenverachtende nicht siehst und diesem hochideologischen Müllhaufen „nur ausdrücklich zustimmen“ kannst, völlig sinnlos.

    Ich müsste hier jetzt derart Basales anführen, darauf habe ich einfach keine Lust; abgesehen davon, dass du deine „Verleumdungen, Verdrehungen und Suggestionen“ ebenfalls nicht argumentativ unterfütterst, obwohl du das von mir verlangst. Es gehört zum Wesen eines Abkotz-Posts – wie dem meinen über den Schreiberling vom Focus –, dass in ihm keine Argumente auftauchen. Es gibt Dinge, die sind einem und einer LeserInnenschaft derart evident, da muss man nicht immer das Gleiche erzählen.
    Wenn du ernsthaft an feministischer Aufklärung interessiert sein solltest, konsultiere doch die einschlägige Literatur.

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