Archiv für März 2009

Antikommunistische Hetze bei O2: Wir schicken die Roboter in den Ruhestand.

Was ist „linke Kritik“?

In der aktuellen Ausgabe (nicht online) der Sisyphos ist ein Text von mir erschienen, der sich der Frage widmet, was „linke Kritik“ ist und dazu einige basale Gedanken vorführt:

Kritik und „linke Kritik“ kann vieles bedeuten. Dieser Beitrag konzentriert den Blick auf eine bestimmte kritische Methodik und damit eine Denkrichtung vor dem Hintergrund des „westlichen Marxismus“, der bereits in der letzten Ausgabe näher dargestellt wurde. Zunächst sollen einige Differenzierungen und Abgrenzungen die Intention linker Kritik deutlich machen. Ein Exkurs über die warenproduzierende Gesellschaft führt einige Gedanken aus um weitergehende Reflexionen über linke Kritik vorzubereiten.

Konstruktive und destruktive Kritik

Bedeutsam ist die Unterscheidung zwischenkonstruktiver und destruktiver Kritikausrichtung. Konstruktive Kritik beinhaltet immer eine realpolitische Perspektive, enthält also einen Vorschlag zu Verbesserung, während grundlegende Prinzipien einer Gesellschaft nicht berührt werden. Konstruktive Kritik unterscheidet sich zwar von dumpfem Hinnehmen, bleibt aber in ihrer Gesamtheit affirmativausgerichtet. Konstruktive Kritik thematisiert also durchaus Missstände und gibt sich mitunter auch widerspenstig. Gleichzeitig wird der Maßstab der bestehenden Grundordnung gesellschaftlicher Konstellationen als gegeben hingenommen. Problematisierende Interventionen bewegen sich dann immer innerhalb der Grenzen, die durch die Macht des Bestehenden gesetzt werden.
Damit sind schon die Ebenen konstituiert, in welchen sich konstruktives Denken überhaupt bewegen kann. Im besten Falle gerät konstruktive Kritik, etwa in Gestalt eines realpolitischen Sozialdemokratismus, in eine Zwickmühle: zwar können punktuelle Problemlagen erörtert oder im Einzelnen sogar Verbesserungen erreicht werden, jedoch haftet diesem Prozess dann ein regulativer oder stabilisierender Charakter an. Die Fundierungen der kritisierten Missstände werden nämlich nicht in Frage gestellt, sondern durch den konstruktiver Kritik immanenten Prozess verhärtet. Häufig nimmt konstruktive Kritik auch die Form von Politikberatung an und unterwirft sich einem gesellschaftlichen Zweck. Dann ist Kritik längst von der Position kritischen Nachdenkens entfernt und prüft die eigenen Denkresultate auf ihre politische Tauglichkeit, sodass ihr eine instrumentelle Ausrichtung eigentümlich wird.
Dem verweigert sich destruktive Kritik, welche prinzipieller und rücksichtsloser ist als ihr realitätsfixierteres Pendant. Destruktive Kritik geht in ihrer theoretischen Positionierung nicht positiv von der existierenden Gesellschaft aus, sondern nimmt diese selber in ein kritisches Denken auf. Damit ist die Überschreitung der existenten Gesellschaft als Möglichkeit bereits implizit formuliert. Destruktive Kritik konzentriert sich nicht bloß auf Erscheinungen, sondern zielt auf die grundlegendsten Strukturierungen der bestehenden Gesellschaft. Die theoretischen Gründe für diese radikale Ausrichtung können hier nur bruchstückhaft angedeutet werden.

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Weltfrauentag

*Es lebe der 8. März, der internationale Frauentag*

*Lasst uns gemeinsam gegen Zwangsverschleierung und
Geschlechterapartheid demonstrieren!*

*Weg mit dem frauenfeindlichen Staat!*

Vor 30 Jahren ist mit dem „Verschleierungsbefehl“ von Khomeini jene
gesetzliche Voraussetzung geschaffen worden, die die Hinrichtung und
Steinigung tausende von Menschen ermöglichte und die Trennung von
Männern und Frauen intensiviert, legitimiert und verstärkt hat. Männern
und Frauen die gemeinsam aufgestanden waren, um an Freiheit, Gleichheit
und Wohlstand zu gelangen. Der Befehl zur Zwangsverschleierung löste
Unmut bei der Bevölkerung aus. Als Reaktion auf diese Anordnung hat im
gleichen Jahr eine große Demonstration mit hunderttausend
Teilnehmerinnen stattgefunden. Eben so fand der 8. März, der
internationale Frauentag, im selben Jahr feierlicher statt. Tausende
Frauen und Männer marschierten auf den Straßen und riefen dabei Parolen
wie; „wir haben für den Fortschritt an der Revolution teilgenommen“, „es
lebe Freiheit“, „Frauenrechte sind universal“, Freiheit für Frauen ist
untrennbar von der Freiheit für die Gesellschaft“.

Geschlechterapartheid oder Trennung der Menschen nach ihrem Geschlecht
degradiert die Frauen zu Halb-Bürgerinnen, schließt sie hinter dem
Schleier-Gitter und sonstigen unmenschlichen islamischen Gesetze,
fungiert als Unterdrückungsmittel und führt die Gesellschaft in die
Rückständigkeit.

Die iranischen Frauen und Männer haben von Anfang an gegen die
Entrechtung und Absonderung durch den islamischen Staat Widerstand
geleistet. Sie haben gegen die Repressalien der islamischen Republik,
nämlich das Werfen von Säure auf die Gesichter nicht verschleierter
Frauen, das Inhaftieren und Auspeitschen derer, die als Missetäter
erachtet werden, Hinrichtung und Versteinigung gekämpft. Offiziellen
Statistiken zufolge und den Angaben der führenden Köpfe, Ayatollahs und
Generäle des Regimes nach, ist der Widerstand der Bevölkerung gegen das
Regime sehr stark. Es kann diesen Druck nicht lange Stand halten.
Heutzutage ist die Zwangsverschleierung und Geschlechterapartheid zu
Achillesferse der islamischen Republik geworden. Es ist eine Frage der
Zeit, dieses Monstrum zu stürzten.

Der 8. März, der internationale Frauentag erinnert an die Proteste der
Arbeiterinnen in Chicago. Er prangert die schamlose Entrechtung und
Geschlechterversklavung der Frauen in der heutigen Gesellschaft an.

Die Bewegung zur Befreiung der Frau stand im Jahr 1979 an der vorderste
Front im Kampf gegen die islamische Republik im Iran. Am 30. Jahrestag
jener 8. März- Demonstration soll die Geschlechterapartheid-Politik des
islamischen Regimes und seine brutale Unterdrückungsmethode verurteilt
und beendet werden. Die API bemüht sich mit aller Kraft seinen Beitrag
zu leisten.

Die Arbeiterkommunistische Partei Iran ( API ) ruft alle
freiheitsliebenden Menschen in der Welt zur Solidarität am 8. März zum
Kampf gegen Verschleierung, Geschlechterapartheid und frauenfeindlichen
Staat im Iran auf.

Lasst uns gemeinsam rufen; Weg mit dem frauenfeindlichen Staat

Es lebe der 8. März, Es lebe Freiheit und Gleichheit!

Nieder mit dem frauenfeindlichen Staat!

Nieder mit der islamischen Republik!

Es lebe sozialistische Republik!

*Arbeiterkommunistische Partei Iran ( API )*