Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Mit einem klaren Beschluss der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag »Ça ira« wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von »Ça ira« die »antideutsche« Zeitschrift Bahamas ausliegt. Junge Welt

Die meisten Artikel in der Bahamas können wohl sicherlich als ein Beispiel der Sorte Kritik gelten, die – um ihre eigene Substanzlosigkeit zu kaschieren – die Linke nicht mehr für verhängnisvolle Irrtümer und Ideologeme kritisiert, sondern eben diese Linke als Referenzgegenstand braucht, um sich der Gültigkeit oder Treffsicherheit eigener Kritik zu versichern. Solcher Typus (post)antideutscher Kritik hat mit Marxismus oder Kritischer Theorie nichts mehr zu tun, sondern schlägt in einen liberalen Verteidigungsdiskurs um. Diese Begriffsbildung, welche die dialektische Vermitteltheit von Subjekt und Objekt, realexistierender Praxis und theoretischer Fundierung nicht aufnimmt ist zur Hypostase verdammt.
Viele zur Buchmesse ausliegende Bücher erfordern sicherlich ein ähnliches Urteil oder ungleich härtere Kritik. Eine Verbannung des Ungeliebten würde mich dennoch erschrecken, ebenso wie fragwürdig sich mir die Aussonderung bestimmter Publikationen von einer Literaturmesse darstellt, deren theoretische Substanz man sicherlich diskutieren, sowie man auch deren Inhalte kritisieren kann.
Außerdem: ginge es nur um diese Zeitschrift, die „Bahamas“, dann müsste die Sache doch nicht mal mit einem Ausschluss eines Verlages enden. Man träte in eine polemisch-kritische Diskussion, verböte das Auslegen der „Bahams“ oder sonstwas.
Die Junge Welt schreibt weiterhin:

Die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der Geschichtsklitterung gewesen. Junge Welt

Wer soll das, wann und wo gesagt haben? Das geht weder aus dem Artikel der Jungen Welt hervor, noch kenne ich irgendeine Pressemitteilung oder eine gemeinsame Erklärung der angeblichen „Mehrheit aller Aussteller“, in der diese Aussage belegt wird.
Den Ausschluss des „Ça ira“ Verlages verstehe ich auf dieser Grundlage eher als praktisch gewordenes Ausgrenzungsbedürfnis bestimmter Teile der Linken.


76 Antworten auf “Spiel nicht mit den Schmuddelkindern”


  1. Gravatar Icon 1 lysis 20. November 2008 um 10:17 Uhr

    Wenn dir zur Bahamas nicht mehr einfällt als „liberaler Verteidigungsdiskurs“, dann hast du von der Debatte um ihren Rassismus offenbar nicht viel mitbekommen. Wo warst du eigentlich die letzten Jahre?

  2. Gravatar Icon 2 sarah 20. November 2008 um 11:48 Uhr

    Der erste Satz deines Artikels hier legt nahe, daß du, wie die allerallermeisten Bahamas-Verächter, diese Zeitschrift nicht allzu regelmäßig liest. Tätest du das, und täten es andere, würden sich nämlich so unsinnige Vorwürfe wie „nicht marxistisch/kritisch/emanzipatorisch pp“ schnell in Unbedenklichkeit auflösen.
    Aber leider rezipiert ja jeder ‚Rebell‘ nur sein eigenes Peergrüppchen und motzt über die Anderen notfalls auch ohne Kenntnis und Argument – so sieht die Linke nunmal aus, und in Deutschland ist sie noch nicht am schlimmsten…
    Daß man an der B., wie überall, viel kritisieren kann und muß, sollte nicht den Blick verstellen für die zahlreichen guten und nachvollziehbaren Argumente, die in diesem Blatt – und nur in diesem! – immer wieder formuliert werden. Anders als die Bahamas-Fans selbst dies tun, sollte man nämlich, wenn man ehrlich und ernsthaft ist, aus jeder Fraktion, die etwas zu sagen hat, das Treffende davon auswählen. Eine knorke linke Gruppe gibt es nämlich nicht, sorry.

  3. Gravatar Icon 3 Walter 20. November 2008 um 18:17 Uhr

    Der Grund für die Ausschließung des Verlages, war ja auch nicht nur die Bahamas, die sie auslegten, sondern die permanenten Antisemitismusvorwürfe und eben des Spruches über die RAF. Ich war auch auf der Literaturmesse, aber zu diesem Zeitpunkt leider auf einer anderen Buchvorstellung. Deshalb kann ich nicht bestätigen, ob das alles stimmt, aber unvorstellbar wäre das sicherlich nicht.
    Nebenbei sollte die Bahamas nicht auch nur als umstrittenes Blatt gelten, sondern deutlich abgelehnt werden. Wie lysis schreibt, hat das nämlich nicht nur noch etwas mit antideutscher Dummheit zu tun, sondern eben auch rassistischen Beiträgen.
    Der Ça ira Verlag verkauft sicherlich das ein oder andere gute Buch von Agnoli, aber hat sonst auch kaum noch gute Bücher zu bieten. Ein Ausschluss hätte meines Erachtens nicht unbedingt folgen müssen, aber wenigstens, dass die Bahamas künftig nicht mehr auf deren Tisch liegt. Leid tut mir der Beschluss allerdings auch nicht.

  4. Gravatar Icon 4 schorsch 20. November 2008 um 18:41 Uhr

    @ sarah: zugegebenermaßen habe ich die Bahamas nicht abonniert. Da hast du recht. Ich habe auch kein Interesse die ganze Spanne der Veröffentlichungen einer profunden Analyse zu unterwerfen. Ich kenne einiges aus der Bahamas bzw. deren Autoren, was ich einfach völlig falsch finde und daher als regelmäßige Lektüre lieber anderer Zeitungen wähle.
    „Anders als die Bahamas-Fans selbst dies tun, sollte man nämlich, wenn man ehrlich und ernsthaft ist, aus jeder Fraktion, die etwas zu sagen hat, das Treffende davon auswählen.“
    Worin nun das Treffende besteht, und wie man das auswählt ist natürlich eine eigene Frage; trotzdem wäre es natürlich blöd argumentative Substanz an dem Namen zu messen, unter der sie erscheint. Hättest du meinen ersten Satz aber genau gelesen hättest du dir deinen Post ersparen können: „Die meisten (!) Artikel in der Bahamas können wohl sicherlich als …“ Was du mir vorwirfst tritt einfach nicht zu.

    @Walter: abgesehen von vielleicht einem Buch kenne ich aus dem „Ca Ira“ Verlag kein Buch auf welches die Vorwürfe zutreffen.

  5. Gravatar Icon 5 abdel kader 20. November 2008 um 18:43 Uhr

    Der erste Satz deines Artikels hier legt nahe, daß du, wie die allerallermeisten Bahamas-Verächter, diese Zeitschrift nicht allzu regelmäßig liest.

    Nein, der erste Satz ist eine treffendere Charakterisierung, dass die Bahamas immer das genaue Gegenteil von dem, was die deutsche Linke sagt, für richtig hält. Vor allem die Artikel der Bahamas-Redaktion selbst bestehen oft nur aus dem Kommentieren von verschiedenen Presseartikeln und das ohne roten Faden. Die von Gastautoren wie Scheit oder Bruhn haben mehr Inhalt (nicht dass ich den teilen würde). Vor 2001 waren die Artikel von Krug, Wertmüller auch noch anspruchsvoller (wenn auch nicht unbedingt richtiger). Die Glanzzeit der Bahamas war wohl die Zeit als Leute wie Heiner Möller die Redaktion gestellt haben.

  6. Gravatar Icon 6 sarah 20. November 2008 um 21:09 Uhr

    „Hättest du meinen ersten Satz aber genau gelesen hättest du dir deinen Post ersparen können: “Die meisten (!) Artikel in der Bahamas können wohl sicherlich als …” Was du mir vorwirfst tritt einfach nicht zu.“

    nein, genau das ist ja mein vorwurf. einen satz wie „das meiste von x“ kann man nicht vertreten, wenn man nicht mindestens das meiste von x kennt, und das trifft auf dich eben nicht zu.

  7. Gravatar Icon 7 lysis 20. November 2008 um 23:31 Uhr

    Man muss nicht jeden rassistischen, Imperialismus, Kolonialismus und Krieg verherrlichenden Scheiß lesen, zumal wenn er so blöd und langweilig daherkommt wie bei der baHAMAS, die sich auf den brennenden Flüchlingszelten von Schwarzafrikanern einen runterholen.

  8. Gravatar Icon 8 sarah 21. November 2008 um 0:08 Uhr

    @Lysis: Dein Kommentar sagt mehr gegen dich selbst als mir einfällt. Danke.

  9. Gravatar Icon 9 BAMS 21. November 2008 um 0:28 Uhr

    Warum, ist sich auf brennende Flüchtlinge einen runterholen inzwischen so cool, dass man sich mit Kritik daran automatisch ins Abseits stellt?

  10. Gravatar Icon 10 lysis 21. November 2008 um 0:29 Uhr

    glaubste nicht, dass die sich auf brennenden flüchtlingszelten einen runterholen? voilà!

  11. Gravatar Icon 11 justus w. lenin 21. November 2008 um 3:15 Uhr

    „Nebenbei sollte die Bahamas nicht auch nur als umstrittenes Blatt gelten, sondern deutlich abgelehnt werden. Wie lysis schreibt, hat das nämlich nicht nur noch etwas mit antideutscher Dummheit zu tun, sondern eben auch rassistischen Beiträgen.“

    Ok, dann lehnt aber auch bitte Marx, Adorno etc. genauso kategorisch ab, die mit ihrem ständigen Rassismus („verjudete Neger“ usw.) ja auch nicht gerade zurückhaltend waren.

    Bleibt halt in eurem globalen relativistischen postheteronormativen Queerdeppen-juze und verkürzt Marx auf seine Schrift „Zur Judenfrage“, verbündet euch mit den Mullahs, werdet glücklich in eurem rigiden identitären Elend und gut is.

    Meine Fresse.

  12. Gravatar Icon 12 lysis 21. November 2008 um 6:25 Uhr

    Also Adorno lehne ich ab, und was Marx betrifft, so hat er diesen widerlichen Scheiß auf seine Privatkorrespondenz mit Engels beschränkt und ihn nicht, wie die BaHamas, zum Kern seines ganzen Denkens und Wirkens gemacht.

    Die BaHamas ist nichts anderes als dieser Rassismus, den man ihr zurecht vorwirft; er ist nicht von ihr abspaltbar. Bei Adorno kann man vielleicht großzügig über seine homophoben Ausfälle hinwegsehen, die sich, zusammengenommen, auf ein paar wenige Zeilen belaufen. Wenn man aber von der BaHamas den Rassismus wegkürzt, bleibt nichts mehr übrig.

  13. Gravatar Icon 13 revolution 21. November 2008 um 11:26 Uhr

    das ausliegen der bahamas ist doch nur ein vorgeschobener grund. die nürnberger linke hat damit wiedermal bewiesen, dass abweichende meinungen vom nürnberger konsens keinen platz haben… denn ansonsten darf auch jede/r dummbatz egal von mlpd, spartakist und bolshevik partizan seine ‚theorien‘ vertreiben. dass sich die dann einig sind ca ira rauszuwerfen, wundert mich nicht, ist aber kein engagement gegen rassismus wie das lysis deutet, sondern inhaltliche säuberung auf antiimp-linie.

  14. Gravatar Icon 14 Kosher 21. November 2008 um 12:17 Uhr

    Das ist nun wirklich süß. Erst immer sagen, dass es nix gemeinsames mit der „Linken“ gibt, alle als Nazis und Antisemiten beschimpfen…und wenn dann jemand endlich (!!!) mal Konsequenzen zieht und die Bande rausschmeisst: Jammern, Weinen, Strampeln.

    Das Problem: FAZ-Leser interessieren sich wohl nicht so für diesen Verlag und die B. Das dazugehörige Agitationsklientel ist nun mal auf der sog. linken Seite zu finden. Da schmerzt natürlich jeder Ausschluss, den man ja selbst schnell mit anderen betreibt, diesen aber nicht zugesteht, weil es einen von der Quelle des Nachwuchses abschneidet. Ich erwarte gespannt den nächsten Artikel dazu in den B. Die wird sicherlich wieder gegen diese links angestrichenen Judenfeinde aus Nürnberg hetzen (die Stadt lädt ja geradezu zu Vergleichen ein). Antideutsche inkl. ihre Verlage und Zeitschriften sind schon interessante gespaltene Persönlichkeiten.

  15. Gravatar Icon 15 scheckkartenpunk 21. November 2008 um 14:27 Uhr

    glaubste nicht, dass die sich auf brennenden flüchtlingszelten einen runterholen?

    ohne den text verteidigen zu wollen – und dafür gibt es auch keinen anlass: wo steht das denn in deiner verlinkung? nirgends.

  16. Gravatar Icon 16 sarah 21. November 2008 um 17:26 Uhr

    @lysis: nein, nirgends. eben. daß für antiorassiten wie dich „flüchtlinge“ natürlich immer die guten sind und keine fasdchisten sein können, daß dieser unfug für krug aber nicht gilt, das ist zurecht dein problem, und wir werden und wollen es auch nicht lösen, nicht wahr?

    cheers,
    xxx.

  17. Gravatar Icon 17 nachdenklich 21. November 2008 um 17:41 Uhr

    Es ging beim Ausschluss nicht um die Bahamas, die kam nur am Rande vor. Man sollte das rassistische antideutsche Witzblatt auch nicht dadurch aufwerten, dass man wie die JW diesen Randaspekt in den Vordergrund rückt.

  18. Gravatar Icon 18 abdel kader 21. November 2008 um 20:44 Uhr

    daß für antiorassiten wie dich “flüchtlinge” natürlich immer die guten sind und keine fasdchisten sein können, daß dieser unfug für krug aber nicht gilt, das ist zurecht dein problem, und wir werden und wollen es auch nicht lösen, nicht wahr?

    Klar, Flüchtlinge aus Somalia sind natürlich per se Faschisten. Deshalb ist es auch berechtigt, wenn Fallaci schreibt man solle sie
    „von bewaffneten Polizisten oder Soldaten umzingeln … lassen … auf Lastwagen … laden und zu einem Flughafen oder Hafen zu bringen und in ihr Land zurückzuschicken.“ Muslime vermehren sich ja schliesslich “wie die Ratten” (Fallaci). Kein Wunder, dass die Bahamas Fallaci dieser angesichts solcher Aussagen den Titel „Antifaschistin“ verlieh und damals sogar Gerhard Scheit anpisste, der deren Buch in der konkret mit schlechten Argumenten kritisiert hatte.

  19. Gravatar Icon 19 abdel kader 21. November 2008 um 20:52 Uhr

    Rassismus ist einem Bahamas-Claqueur wie dir natürlich völlig egal.

    Vielleicht bringt es ja etwas dir zu beweisen, dass „Oriana, la brava“ (Bahamas) auch homophob und antisemitisch war:

    Fallaci also had little use for Mexican immigrants: „If you put a pistol against my head and ask which I think is worse, Muslims or Mexicans, I‘d have to think a moment, then I‘d say the Muslims because they‘ve broken my balls.“ She snarled that the presence of Islamic butcher shops in Cavour has transformed the „exquisite city“ into a „filthy kasbah.“ Her paranoid world-view led her to ask whether all Islamic immigrants to the West had their transport paid by „some Osama bin Laden for the mere purpose of establishing the Reverse Crusade’s settlements and better organizing Islamic terrorism.“

    Not long ago, Fallaci had a private audience with Pope Benedict XVI — and, considering Ratzinger’s comments on Islam last week that created such world-wide furor, they obviously had much in common to talk about. Fallaci’s conservatism also included opposition to abortion — unless she „were raped and made pregnant by a bin Laden or a Zarqawi.“

    A notorious homophobe who excoriated gay people as „devoured … by the wrath of being half and half,“ she also opposed gay marriage by saying, „they‘d like everybody to be like them.“ Sometimes she combined her homophobia and her Islamophobia („In the same way that the Muslims would like us all to become Muslims, they [the ‚gay lobby‘] would like us all to become homosexuals“). In an interview with Robert Scheer for Playboy, she carried on about her distaste for gays: „I‘m not crazy about them, the homosexuals. You see them here in New York, for instance, moving like this [makes a mincing gesture], exhibiting their homosexuality. It disturbs me. It’s… I don‘t know… I just can‘t stand them.“ She then likens them to „the Mafia or the Communist Party.“

    Fallaci was paranoid about Jews — for example, she said, „I am angry at the Jews for many things… If you want to take the example of America, how they hold the power, the economical power in so many ways, and the press and the other kind of stuff… I never realized how it happened and they came to control the media to that point. Why?“ That rant of Fallaci’s reeks of classic anti-Semitism.

  20. Gravatar Icon 20 sarah 22. November 2008 um 16:26 Uhr

    @abdel: dein beitrag, auf den ich nur aus reinster menschenliebe überhaupt eingehe, krankt doch an demselben gruppenidentitären nicht-denken wie der von georg ‚kaudawelsch‘ lysis. ihr legt den verhassten gruppen – hier den antideutschen, zu denen ich mich überhaupt nicht zähle – ganz ganz böse sachen in den mund, die sie nie gesagt und gemeint haben, und denunziert dann jeden, der auch nur wagt, die fehlzitierten texte mit verstand zu lesen.

    1. mir mit diesem zitat von fallaci zu kommen ist verlorene mühe, was dir in deiner polemischen verblendung natürlich entgeht, da ich oben nirgends fallaci verteidigt habe. du hast ich halt, wie man das mit vermeintlichen „bahamas-claqueuren“ so macht, gleich in eine ecke gestellt und mir ein bündel böser böser thesen unterstelle, die ich nirgends vertrete. ich weiß: polemik und gruppennestwärme und ankotzen von antideutschen, das sind die königsdisziplinen der leute, die „bisher nur den ersten band“ gelesen haben, sich aber ganz doll für queere subkultur oder sonst irgendwas subkulturell-emanzipatorisches interessieren.

    2. beispiel für diese billige art, sich scheinpolemisch abzusetzen von der gegengruppe, die einem ins eigene revier zu pissen droht: du schreibst: „Klar, Flüchtlinge aus Somalia sind natürlich per se Faschisten.“ und wo soll ich das gesagt haben? ich habe geschrieben: „daß für antiorassiten wie dich “flüchtlinge” natürlich immer die guten sind und keine fasdchisten sein können, daß dieser unfug für krug aber nicht gilt.“
    daß ich der meinung bin, auch flüchtlinge können faschistisch sein, heißt ja wohl noch lange nicht, daß ich alle somalis für faschisten halte… aber wer nicht denken kann – und will – den kann man auch nicht überzeugen.

    @abdel, lysis & co: pflegt halt weiter eure kleinrebellischen biotope, solange der sozialstaat oder eure eltern euch noch erlauben, andere dinge zu tun als irgendeine drecksarbeit zu verrichten, die ihr sicher bald ‚noch ganz cool‘ finden werdet. mir ist die zeit für splittergruppendämonisierung und cliquenidentifikation jedenfalls zu schade.

  21. Gravatar Icon 21 justus w. lenin 22. November 2008 um 16:47 Uhr

    Mal sehen, welche nichtssagenden Zitate sie jetzt wieder rauskramen werden, um Sarah zu „widerlegen“, statt einfach mal auf ihre Anwürfe einzugehen…

  22. Gravatar Icon 22 abdel kader 22. November 2008 um 17:21 Uhr

    Das sind Zitate, prüf’s halt nach. Gibt zwei Bahamasartikel zu Fallaci.

  23. Gravatar Icon 23 justus w. lenin 22. November 2008 um 17:51 Uhr

    Hahaha.

  24. Gravatar Icon 24 lahmacun 22. November 2008 um 18:21 Uhr

    pflegt halt weiter eure kleinrebellischen biotope, solange der sozialstaat oder eure eltern euch noch erlauben, andere dinge zu tun als irgendeine drecksarbeit zu verrichten …

    während du checker dich schon längst ordentlich im fahrrad fahren übst.

    was soll man da überhaupt noch sagen? – nichts.

  25. Gravatar Icon 25 sarah 22. November 2008 um 18:44 Uhr

    „während du checker dich schon längst ordentlich im fahrrad fahren übst.“

    ehrliche antwort? ich bin millionenerbin. ab und zu fahr ich auch rad, stimmt. am liebsten nackt.

  26. Gravatar Icon 26 lysis 22. November 2008 um 23:11 Uhr

    ach, was soll man mit diesen faschisten noch diskutieren. man hat sie ausgeschlossen, und damit gut. lasst sie doch jammern und weinen!

  27. Gravatar Icon 27 abdel kader 23. November 2008 um 20:10 Uhr

    @abdel, lysis & co: pflegt halt weiter eure kleinrebellischen biotope, solange der sozialstaat oder eure eltern euch noch erlauben, andere dinge zu tun als irgendeine drecksarbeit zu verrichten, die ihr sicher bald ‘noch ganz cool’ finden werdet.

    Hinter dem Hass auf die „raffgieriegen“ und faulen „Schmarotzer“ verbirgt sich die Affirmierung der deutschen Arbeit, pathische Projektion, struktureller Antisemitismus und autoritäre Persönlichkeit.
    Mindestens!

  28. Gravatar Icon 28 abdel kader 23. November 2008 um 20:16 Uhr

    ich weiß: polemik und gruppennestwärme und ankotzen von antideutschen, das sind die königsdisziplinen der leute, die “bisher nur den ersten band” gelesen haben, sich aber ganz doll für queere subkultur oder sonst irgendwas subkulturell-emanzipatorisches interessieren.

    Ich dachte Polemik sei gerade das Ding der Antideutschen, sagt Bruhn sogar in einem Interview über den Begriff der Kritik.

    Wenn du die größte Expertin über die marxschen Schriften zur Ökonomiekritik bist, dann leg doch ein Blog zum Thema an oder beweis‘ deine Kenntnisse über MEW 24 und 25, indem du erläuterst, was die Fomel „k+p+h“ bedeutet.

  29. Gravatar Icon 29 lahmacun 23. November 2008 um 22:07 Uhr

    Hinter dem Hass auf die “raffgieriegen” und faulen “Schmarotzer” verbirgt sich die Affirmierung der deutschen Arbeit, pathische Projektion, struktureller Antisemitismus und autoritäre Persönlichkeit.

    ein/e liberale/r, der/m wieder mal was nicht allzu liberales rausrutscht. weil’s dazu gehört.

  30. Gravatar Icon 30 alkohol 24. November 2008 um 6:34 Uhr

    @ sarah

    ihr legt den verhassten gruppen – hier den antideutschen, zu denen ich mich überhaupt nicht zähle – ganz ganz böse sachen in den mund, die sie nie gesagt und gemeint haben, und denunziert dann jeden, der auch nur wagt, die fehlzitierten texte mit verstand zu lesen.

    Klar, irgend ein richtiger Satz wird auch bei Henry Ford oder Houston Chamberlain stehen.

    Du fährst doch hier ’ne ganz formale Schiene: erst wer die Bahamas immer gründlich gelesen hat, kann ein richtiges, differenziertes Urteil fällen.
    Dann pöbelst du gegen Leute, die sich dieser Übung offenbar nicht unterzogen haben, anstatt mal auf den Punkt zu bringen, was da Richtiges geschrieben steht & vor allem nicht auch wo anders steht.

    Mir ist egal, was in Wertmüllers Kopf los ist. Die Bahamas und auch reichlich viele Antideutsche, die sich mindestens von deren stumpfesten Albernheiten natürlich distanzieren, verbünden sich mit rechten BürgerInnen und lassen sich von diesen auch kaum mehr unterscheiden.
    Damit sind sie einfach nicht mehr interessant. Ich lese mir ja auch nicht alle CDU-Parteitagsreden durch, obwohl da bestimmt auch mal was Richtiges gesagt wurde.
    Also, nicht pöbeln, sondern immer nur raus damit, was ich verpasse.

    leute, die “bisher nur den ersten band” gelesen haben

    Die meisten AD, die mir untergekommen sind, haben noch nicht mal den gelesen – bis auf das Fetisch-Kapitel natürlich :)

    daß ich der meinung bin, auch flüchtlinge können faschistisch sein, heißt ja wohl noch lange nicht, daß ich alle somalis für faschisten halte… aber wer nicht denken kann – und will – den kann man auch nicht überzeugen.

    Das ist ja wohl ein Beispiel für einen bei Linken weit verbreiteten Blödsinn: der inflationäre Gebrauch des Wortes „faschistisch“. Aber wahrscheinlich magst du dir nicht die Mühe machen, differenzierter zu beschreiben, was für falsche Sachen etwa somalische Flüchtlinge im Kopf haben mögen.

    @abdel, lysis & co: pflegt halt weiter eure kleinrebellischen biotope, solange der sozialstaat oder eure eltern euch noch erlauben, andere dinge zu tun als irgendeine drecksarbeit zu verrichten, die ihr sicher bald ‘noch ganz cool’ finden werdet.

    Ein bemerkenswertes Argument: Leute, die die ADs bashen, sind erfolglos & enttäuscht. Anstatt sich mal Riemen zu reißen und ordentlich Geld zu verdienen, verdaddeln sie ihre Zeit mit Scheinpolemik im Netz.
    Die maßgeblichen ADs sind in der linken Szene (mittlerweile?) nur noch ein U-Boot der Jungen Union.

  31. Gravatar Icon 31 Altlinker 24. November 2008 um 9:54 Uhr

    In den 60ern und 70ern gab es das schöne „Argument“ „Geht doch erst mal arbeiten!“ auch schon. Das war immer eine schaurige Mischung aus Drohung, Überheblichkeit und purem antikommunistischem Schaum vor dem Mund.

  32. Gravatar Icon 32 yahya 24. November 2008 um 16:24 Uhr

    … und wenn das jetzt ein unpassender Nazivergleich ist, aber dieses Argument kam stets kurz vor oder nach dem obligatorischen „Bei Adolf hätte man euch … “

  33. Gravatar Icon 33 sarah 24. November 2008 um 23:53 Uhr

    Auch zu dem, was ihr hier zusätzlich sagt, habe ich davor schon alles Gültige erklärt: polemische Projektionen. Und zu Absurditäten, daß die AD „ein U-Boot der Jungen Union“ seien, bemühe ich mich erst gar nicht.
    Was die „kleinrebellischen biotope“ und eure Eltern angeht, wäre ich tatsächlich enttäuscht gewesen, wenn mich da auch nur einer von euch nicht in die antiliberale (klar: Nazi!) Ecke gestellt hätte. Gemeint war allerdings etwas Anderes: daß ihr euch, mit eurem kleinlichen Gruppengezänk gegen AD und wensonstnoch (in eurem Feindbild ganz unbeeindruckt von meinem Eingeständnis, gar nicht zu den AD zu gehören) und indem ihr subkulturelle Codes an Stelle einer durchdachten emanzipatorischen Position setzt, genau deshalb ebenso schnell an die bürgerlichen Verhältnisse – vor denen euch bisher ein Zufall bewahrt hat – anpassen werdet wie jeder Schulhofrebell, der Punk-Hören mit Widerstand verwechselt. ihr seid nicht ernst zu nehmen, und eure sprache verrät das.

    sollte ich mich darin täuschen, umso besser.

  34. Gravatar Icon 34 lysis 25. November 2008 um 3:21 Uhr

    Klar, wenn Bahamas & Co. kritisiert werden, ist das immer Projektion. Arschgeige!

  35. Gravatar Icon 35 alkohol 25. November 2008 um 18:09 Uhr

    @sarah

    Und zu Absurditäten, daß die AD “ein U-Boot der Jungen Union” seien, bemühe ich mich erst gar nicht.

    Ist auch nicht nötig. Ich erwarte kaum, dass du das offen zugibst.

    Was die “kleinrebellischen biotope” und eure Eltern angeht, wäre ich tatsächlich enttäuscht gewesen, wenn mich da auch nur einer von euch nicht in die antiliberale (klar: Nazi!) Ecke gestellt hätte.

    Hab‘ ich nicht gemacht. Seit wann ist die JU eine Nazi-Organisation? Gut, geschenkt, dass es schon so einige Übergänge vom bürgerlich-liberalen zum faschistischen Bewusstsein gibt.

    Gemeint war allerdings etwas Anderes: daß ihr euch, mit eurem kleinlichen Gruppengezänk gegen AD und wensonstnoch (in eurem Feindbild ganz unbeeindruckt von meinem Eingeständnis, gar nicht zu den AD zu gehören) und indem ihr subkulturelle Codes an Stelle einer durchdachten emanzipatorischen Position setzt, genau deshalb ebenso schnell an die bürgerlichen Verhältnisse – vor denen euch bisher ein Zufall bewahrt hat – anpassen werdet wie jeder Schulhofrebell, der Punk-Hören mit Widerstand verwechselt. ihr seid nicht ernst zu nehmen, und eure sprache verrät das.

    Du redest einfach um den heißen Brei ‚rum. Ist es denn so schwierig, mal eine neuere Stelle aus den Bahamas anzuführen, wo ein triftiger Gedanke vorkommt, den man sonst nirgends findet?
    Hab‘ ich mir schon gedacht.

  36. Gravatar Icon 36 sarah 25. November 2008 um 18:51 Uhr

    Was erwartest du?! Daß ich jetzt alle relevanten Bahamasartikel der letzten fünf Ausgaben hier zusammenfasse und dir ihre Kernaussagen wie sauer Bier anbiete, ob dir da denn was genehm sein könnte?? Mehr als einen Hinweis geben will ich überhaupt nicht: einen Hinweis, sich auch dieses Blatt einmal näher anzusehen, anstatt immer beim eignen ‚Leib-und-Magen-Fanzine‘ zu bleiben, zu dem die eigene Position seit Jahren in einen friedlich-tautologischen Verhältnis steht.
    Selbstredend werden Leute wie G. ‚Lysis‘ Kauda nicht ganz zu Unrecht auf Abstand zur ‚Bahamas‘ gehen – darin liegt ja auch eine Funktion des Blatts; aus der Perspektive (soviel zu dem was „triftig“ ist) derer, die zu Kritischer Theorie und der Kritik an deutscher Ideologie ein etwas entspannteres Verhältnis haben, sehe ich da keinen Grund, nicht fündig zu werden (wenigstens jede zweite Ausgabe…). Außer in „Konkret“ und „Bahamas“ wird doch kaum systematisch Ideologiekritik am jeweils Aktuellen geübt; beide sind unökonomistisch und haben ihre Fehlerquote, gut – aber diese Aufgabe erfüllen sie wenigstens.
    Sollte man auf Ideologiekritik gar keinen Wert legen oder alles für Rassismus halten, was gegen Said ist, bin ich natürlich hier ganz falsch.
    Over and out.

  37. Gravatar Icon 37 schorsch 25. November 2008 um 18:58 Uhr

    Es gibt übrigens eine Presseerklärung des Ca Ira Verlages. Der Satz, die RAF sei der verlängerte Arm der SS gewesen, ist tatsächlich nicht gefallen.

  38. Gravatar Icon 38 ♥Tekknoatze 25. November 2008 um 20:05 Uhr

    2 Diskussionen, 2 Blogs, 1 Thema:
    lysis, 17. November 2008:

    Der Nazivergleich ist bei Werner Pirker meines Erachtens genauso verfehlt wie bei Justus Wertmüller. […]

    lysis, 22. November 2008:

    ach, was soll man mit diesen faschisten noch diskutieren.[…]

    ♥Tekknoatze

  39. Gravatar Icon 39 lysis 25. November 2008 um 20:30 Uhr

    Haha, Tekknoatze setzt Faschismus und Nationalsozialismus gleich!

    Die Bahamas hat das mal (da war sie noch etwas mehr bei Verstand) die „Totalitarismustheorie der Linken“ genannt.

  40. Gravatar Icon 40 lysis 25. November 2008 um 22:10 Uhr

    Also, wir fassen mal zusammen: Für Sarah ist es kein Rassismus, wenn Oriana Fallacis Drohung, die Zelte schwarzer Flüchtlinge in Florenz anzustecken und niederzubrennen, in der Bahamas als „Antifaschismus“ verherrlicht wird. Für Sarah ist es kein Rassismus, wenn die Bahamas die Forderung nach Abschiebung schwarzer Muslime aus Italien nur deshalb verwirft, weil der Staat keine Selektion nach Moslem und Nicht-Moslem durchführt und deshalb auch andere Illegalisierte von dieser Forderung betroffen werden könnten. Für Sarah ist es kein Rassismus, wenn die Bahamas als Rechtfertigung für die Abschiebung und/oder physische Vernichtung schwarzer Muslime anführt, sie würden Frauen belästigen und gegen historische Gebäude pissen.

    Für Sarah ist dieser intellektualisierte Rostock-Lichtenhagen-Mob, der in den Redaktionsräumen der Bahamas Unterschlupf gefunden hat, stattdessen die Avantgarde zeitgenössischer kritischer Theorie. Wenn dieses Urteil stimmte, dann wüsste ich, was ich von kritischer Theorie zu halten hätte. Aber obwohl Adorno tatsächlich ein mediokrer Komponist und ein miserabler Philosoph war, kann man ihn für den Abschaum, der sich heute auf ihn beruft, nicht in Sippenhaftung nehmen.

  41. Gravatar Icon 41 ♥Tekknoatze 25. November 2008 um 22:50 Uhr

    Nicht gleich, aber wenn sie keine Nazis sind warum sind sie dann Faschist_innen? Kannst du mir ja gerne herleiten :-*, dann wiedrrufe ich gerne meinen Kommentar.

    ♥Tekknoatze

  42. Gravatar Icon 42 lysis 25. November 2008 um 23:01 Uhr

    Weil sie nicht für eine Neuauflage von Nationalsozialismus und Judenvernichtung, sondern für eine andere Version des Faschismus stehen, bei dem es um einen aggressiv prowestlichen Chauvinismus, die Entrechtung von Muslimen und permanente imperialistische Kriegstreiberei geht.

  43. Gravatar Icon 43 abdel kader 25. November 2008 um 23:02 Uhr

    indem ihr subkulturelle Codes an Stelle einer durchdachten emanzipatorischen Position setzt, genau deshalb ebenso schnell an die bürgerlichen Verhältnisse – vor denen euch bisher ein Zufall bewahrt hat – anpassen werdet wie jeder Schulhofrebell, der Punk-Hören mit Widerstand verwechselt.

    Welche Subkultur denn? Und nein, ich bin nicht 16, aber was du beschreibst klingt sehr nach der Lebenswelt einer Jugendlichen.

  44. Gravatar Icon 44 abdel kader 25. November 2008 um 23:04 Uhr

    Außer in “Konkret” und “Bahamas” wird doch kaum systematisch Ideologiekritik am jeweils Aktuellen geübt; beide sind unökonomistisch und haben ihre Fehlerquote, gut – aber diese Aufgabe erfüllen sie wenigstens.

    Ihre Aufgabe Fehler zu machen erfüllen sie, das hast du gut erkannt.

    Aber hast du schon mal gemerkt, dass die beiden sich spinnefeind sind? Die Kontroverse zwischen Gremliza und Wertmüller hast du wohl nicht mitbekommen.
    Tjark Kunstreich (bisher Autor von beiden) steht in der Schlammschlacht ein bisschen zwischen den Fronten, bin gespannt, wie sich verhalten wird.

  45. Gravatar Icon 45 abdel kader 25. November 2008 um 23:24 Uhr

    Was erwartest du?! Daß ich jetzt alle relevanten Bahamasartikel der letzten fünf Ausgaben hier zusammenfasse und dir ihre Kernaussagen wie sauer Bier anbiete, ob dir da denn was genehm sein könnte??

    Du gehst auf kein Argument ein und wiederholst nur gebetsmühlenhaft, dass ich und die anderen angeblich die Bahamas nicht gelesen hätten, im Gegensatz zu dir. Dies ohne zu konkret benennen zu können, womit die Bahamas eigentlich recht hat.
    Ob du es glaubst oder nicht, aber ich lese die Bahamas schon seit den neunziger Jahren (und nicht erst seit den letzten fünf jahren wie du?). Damals waren die noch ganz anders unterwegs als heute, aber ich hatte trotzdem schon meine Kritik daran. Wie du hier sehen kannst kenne ich sogar mehr Artikel der Bahamas als manche, die den Antideutschen nahestehen und weiß noch, was man unter „antideutscher Wertkritik“ versteht, während du nur vage irgendwas von Ideologiekritik berichten kannst. Bücher aus dem ça-ira-Verlag habe ich auch im Regal stehen, wenn das als Autoritätsargument dir gegenüber gilt.

  46. Gravatar Icon 46 lysis 25. November 2008 um 23:27 Uhr

    Das „Raffinierte“ der Bahamas ist, dass sie versuchen, für ihr neofaschistisches Projekt die Interessen von „Schwulen“, Juden und Frauen zu instrumentalisieren, weswegen einige Leute noch immer glauben, das sei irgendwas Progressives. Dass die imperialistische Politik, die von solchen Leute beklatscht wird, in Wirklichkeit zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Situation dieser drei (von der Bahamas essenzialisierten) Gruppen geführt hat, wird dabei gern übersehen. Und wenn diese Gruppen sich zu Wort melden und für sich selbst zu sprechen beginnen, wie z.B. im Fall der „Revolutionary Association of the Women of Afghanistan“ (RAWA), der „Gays & Lesbians aus der Türkei“ (GLADT) oder verschiedener jüdischer Friedensinitiativen wie „Black Laundry“, werden sie von solchen paternalistischen Arschlöchern, denen es um deren Interessen in Wirklichkeit gar nicht geht, entweder ignoriert oder sogar offen denunziert.

  47. Gravatar Icon 47 abdel kader 26. November 2008 um 0:00 Uhr

    ganz unbeeindruckt von meinem Eingeständnis, gar nicht zu den AD zu gehören

    Vielleicht leidest ja an einem narzisstischen Persönlichkeitskomplex, aber weder du, noch deine Identität, noch deine Zugehörigkeit zu irgendwelchen linken bzw. ex-linken Subkulturen wurden von mir thematisiert (noch interessieren sie mich die Bohne).
    Es ging mir darum, dass…

    1. Fallaci eine Rassistin (und homophobe Antisemitin) war, wie die obigen Zitate belegen.

    2. Von der Bahamas eben diese verteidigt wurde (Ausgaben 39 und 51) und ihr Rassismus affirmiert bzw. verleugnet wurde.

    Zitat:

    Der Rezensent-Inquisitor von der Jungle World pickte sich folgende Stelle heraus: Illegale Einwanderer solle man ‚in Reih und Glied stellen, zu einem Hafen oder Flughafen schaffen und zurückschicken‘. Das hat Fallaci tatsächlich geschrieben – allerdings richtet sich das in keiner Weise generell gegen die sogeannnten ‚clandestini‘, die illegalen Einwanderer, sondern gegen jene, die sich gemäß einer islamischen Erziehung und (Selbst-)Indokrination aufführen.

    Wer ist denn damit anderes gemeint als alle Muslime bzw. diejenigen, die als solche einsortiert werden. Die Bahamas lehnt ja vehement eine Trennung von Islam und Islamismus ab. In Somalia gelten nun mal etwa 99% der Bevölkerung als Muslime, also fordert sie die Abschiebung von allen somalischen Flüchtlingen.
    Der Rassismus Fallacis wird nicht abgelehnt, sondern sie kriegt gerade dafür noch den Titel „Antifaschistin“ verliehen:

    Daß nämlich ausgerechnet der ‚fortschrittliche‘, der linke Teil der italienischen Gesellschaft, Leute, die sich selbstverständlich als Antifaschisten begreifen, grünen Nazis jederzeit den Status politisch Verfolgter einräumen.
    (…)
    Was Fallaci anklagte, ist, wenn auch ungleich eloquenter, das, was deutsche Antifaschisten immer beklagen: Die Untätigkeit der Staatsmacht gegen faschistische Manifestation.

    Alle Menschen mit einer „islamischen Erziehung“ gelten der Bahamas als „grüne Nazis“ (Zitate oben), während die Deutschen generell von Rassismus freigesprochen werden.

    Dies darzustellen, war mein Anliegen, nicht irgendwelche Aussagen über „die Antideutschen“ zu treffen. Innerhalb derselbigen gibt es sogar noch Leute, die Rassismus erkennen können, auch im Falle Fallacis:

    dialektik des abschieds
    Zur Debatte um antideutsche Positionen

    Erstaunlicherweise hat damals Gerhard Scheit (von dem ich nichts halte) wenn auch nicht der Bahamas so doch Fallaci widersprochen.

    P.S. Beantworte bitte meine obige Frage zum Kapital, wenn du schon so groß tönst.

  48. Gravatar Icon 48 ♥Tekknoatze 26. November 2008 um 4:38 Uhr

    lysis: Will think about it. Das die Bahamas nichts emanzipatives im Sinn hat ist mir wohl bewusst. Das die Bahamas aber faschistisch ist dafür fehlt mir irgendwie das stichhaltige Argument. Schreibt sich doch z.B. die CDU mit Familienministerin van der Leyen die Sache der Frauen ebenso auf die Fahne.
    Wenn du es irgendwo mal ausgeführt hast, oder es ausgeführt wurde würde ich mich über einen Link oder Hinweis freuen.

    ♥Tekknoatze

  49. Gravatar Icon 49 lysis 26. November 2008 um 5:20 Uhr

    Mir ist das mit dem Faschismus echt nicht wichtig. Das ist in diesem Fall auch eher eine emotionale als eine analytische Benennung, die von meiner Seite so viel besagen will, wie dass es sich hier um die reaktionärsten, am meisten chauvinistischen und am meisten imperialistischen Elemente der linksdeutschen Szene handelt. (Just poking fun!) ;)

  50. Gravatar Icon 50 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 11:05 Uhr

    genau wie die sache mit dem „runterholen auf brennende flüchtlingszelte“ wäre das mit dem faschismus aber erstmal nachzuweisen. ein verweis auf emotionale ausfälle ist da reichlich schwach. wird eigentlich genauso emotional aus seyran ates eine rassistin oder gibt es dafür quellen?

  51. Gravatar Icon 51 revolution 26. November 2008 um 12:25 Uhr

    hier der vollständigkeit halber eine stellungnahme von ca ira & der ag kritische theorie, die den stand betreut haben:

    Ausschluss auf linker Buchmesse
    ca ira / ag kritische theorie 25.11.2008 18:33

    Seit vielen Jahren nimmt der ça ira-Verlag an der seit 1996 in Nürnberg stattfindenden Linken Literaturmesse teil, die vom Metroproletan-Archiv und dem Gostenhofener Literatur- und Kulturverein Libresso im „K4″ ausgerichtet wird, in diesem November unter dem Motto „Alternativ zum kapitalistischen Mainstream“. In einer recht gut besuchten Diskussionsveranstaltung präsentierte Fabian Kettner den Sammelband „Theorie als Kritik“,
    den er mit Paul Mentz (beide Rote Ruhr-Uni, Bochum) herausgegeben hat; im letzten Jahr stellten Joachim Bruhn und Jan Gerber das Buch „Rote Armee Fiktion“ vor.
    Bis 2007 wurde der ça ira-Verlag von der Mehrheit der ca. fünfzig Aussteller zwar nicht gerade heiß und innig geliebt, aber zumindest geduldet – und mehr war wohl auch nie zu erwarten, vertritt doch unser Verlagsprogramm mit Autoren wie Johannes Agnoli, Hans-Georg Backhaus und Moishe Postone eine subversive Kritik in der Tradition der Kritischen Theorie Frankfurter Machart, d.h. den Versuch der Synthese einer avantgardistischen Marx-Lektüre jenseits von Sozialdemokratie und Stalinismus mit polemischer Sozialkritik und Aufklärung über den Antisemitismus, auch und gerade in seiner Spielart des Antizionismus von Links. Dafür interessierte sich zwar ein (für unsere kleinen Verhältnisse) ansehnlicher Teil des Publikums, nicht aber die Mehrheit der Aussteller und der Organisatoren.

    Das verwundert nicht: denn „alternativ zum kapitalistischen Mainstream“, das bedeutete in Nürnberg immer schon, ein Gruselkabinett der neo-stalinistischen Antike auszustellen. Das Beste an der Linken Literaturmesse waren stets die Antiquariate. Der Rest: all die Maoisten, linksverwirrten Sozialdemokraten, Operaisten, Ernst Thälmann-, Walter Ulbricht- und Josef W. Stalin-Trauervereine, dazu die Enver Hodscha-Anhänger, die Befreiungsnationalisten aller Fraktionen, all die leidenschaftlichen AgitProp-Vereine gegen Heuschreckenplagen, für Tierschutz und jedenfalls und immer vorwärts (oder: rückwärts) gegen Israel – dazwischen, als Platzhalter revolutionärer Restvernunft, einige wenige traurige Anarchisten und die Marxisten-
    Sophisten der Gruppe Gegenstandpunkt, dazu Graswurzel-Revolutionäre, DKP-Funktionäre, ein paar Trotzkisten, und nicht zu vergessen die Kollegen von der Internationalen Kommunistischen Strömung, bei denen man die Schriften des KPI-Mitbegründers Amadeo Bordiga erwerben kann, insbesondere dessen Traktat „Auschwitz oder das große Alibi der Bourgeoisie“, einen Grundlagentext der Holocaust-Leugnung von links. Diesem Gruselkabinett präsidiert, gewissermaßen als ihre ideelle Gesamt-Journaille, die Berliner Tageszeitung „Junge Welt“.

    Das war und ist die Linke Literaturmesse. Und es war schön und gut so, wie es war. Denn in Nürnberg konnte man im Recycling-Hof der Linksgeschichte stöbern und einmal im Jahr einen Blick werfen in einen Abgrund der Gegenaufklärung, der seinesgleichen sucht.
    Dann schlug das Betriebsklima um. Denn wenn es zwei Programmpunkte gibt, an denen sich die bestimmte Einheit dieser grausigen Vielfalt ergibt, dann sind das erstens der Haß auf Israel und den Zionismus, zweitens die – natürlich: kritisch-solidarische – Apologie der Roten Arme Fraktion. Wer das aus Gründen nicht mitmachen mag, wurde schon immer als „Antideutscher“, d.h. als Volksfeind, geächtet und denunziert. Ça ira war unter diesen Krähen, die einander kein Auge aushacken, der Paradiesvogel – anders gesagt: der Hofnarr. Uns war es recht, und der Umsatz war gut, eine Art Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt für 1 Euro-Verleger.

    Unser Buch jedoch über die „Rote Armee Fiktion“ war der berühmte Tropfen, der die linke Gegenöffentlichkeit zum Überlaufen brachte. Schon im letzten Jahr befand die „Junge Welt“ in ihrer Ausgabe vom 17.12.2007, das Buch bringe nichts als „antideutsches RAF-Bashing“ und sprenge damit den „Rahmen des linken Pluralismus und der Streitkultur“ – obwohl Mitherausgeber Jan Gerber in seinem Beitrag „Schalom und Napalm. Die Stadtguerilla als Avantgarde des Antizionismus“ lediglich akribisch nachgewiesen hatte, wie sich das bewaffnete
    Linksdeutschland zum guten Gewissen beim Judenhaß verholfen hatte; unsere Gegendarstellung in Form eines Leserbriefs wurde links liegen gelassen, seitdem forderte das nationalbolschewistische Lager unter der Leitung der „Jungen Welt“ unseren Ausschluß und stellte absurde Ultimaten.

    Mit unserem Ausschluß aus der Linken Literaturmesse, den die „Junge Welt“ vom 17.11.2008 vermeldete, erreicht diese Entwicklung ihren Höhepunkt. Dieser Artikel von Peter Wolter – „Rote Karte für Ça ira. Mit dem Ausschluß eines antideutschen Verlags endete die 13. Linke Literaturmesse“ – ist, wie der letztjährige von Claudia Wangerin, ein Meisterwerk aus Prawda und Kolportage:

    „Mit einem klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag Ça ira wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von Ça ira die ‚antideutsche‘ Zeitschrift Bahamas ausliegt. Sie empfinden es auch als unverfroren, wie leichtfertig anderen Linken in Veranstaltungen und Publikationen dieses Verlages Antisemitismus vorgeworfen wird. Die Aussage, die RAF sei ‚der verlängerte Arm
    der SS‘ gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der
    Geschichtsklitterung gewesen. Im Vorfeld der Messe war Ça ira darüber hinaus unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran vorgeworfen worden.“

    Dazu stellen wir fest:

    1. Von einem „klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller“ kann überhaupt gar nicht die Rede sein. Auf der Messe sind, wie die „Junge Welt“ selbst im weiteren berichtet, „etwa 50 Verlage“ vertreten gewesen – die beschlußfassende Versammlung bestand aus 15 Personen, vor denen sich unsere Genossen von der AG Kritische Theorie Nürnberg, die den ça ira-Messestand betreuten, rechtfertigen sollten, als sei’s ein Revolutionstribunal. Davon enthielten sich zwei, gegen den Ausschluß stimmten der Vertreter des anarchistischen AV-Verlags, eine weitere Person, sowie die Vertreter der AG Kritischen Theorie und des ça ira Verlages. Die „Mehrheit aller Aussteller“ bestand aus 8 Personen. Das ganze Theater war daher nur ein neo-stalinistischer Putsch gegen die Idee einer linken Gegenöffentlichkeit unter der Ägide der „Jungen Welt“. Man wird sehen, was die „Mehrheit aller Aussteller“ von derlei Intrigantenstadl halten wird.

    2. Der Satz, die RAF sei „der verlängerte Arm der SS“ gewesen, der Joachim Bruhn und Jan Gerber unterstellt wird, ist die freie Erfindung der „Jungen Welt“, die wir hiermit zur Berichtigung auffordern. Denn dieser Satz findet sich weder in dem Buch „Rote Armee Fiktion“, noch wurde er vor einem Jahr bei der 12. Literaturmesse geäußert. Der komplette Mitschnitt dieser Veranstaltung vom 15.12.2007 steht zum Download auf der ça ira-WebSite unter http://www.ca-ira.net/res/lili-07.mp3 zur Verfügung.

    Der tatsächliche Sachverhalt – worin zugleich der Grund für die Fälschung durch die „Junge Welt“ liegt – ist vielmehr dieser: Es wurde im Zusammenhang der Entwicklung Horst Mahlers vom Mitbegründer der RAF zum Neo-Faschisten nach dem Stellenwert von Antizionismus und
    Antisemitismus, von Judenhaß und sog. ‚legitimer Israelkritik‘ gefragt und gezeigt, daß hierin die fatale deutsche Kontinuität liegt. Es wurde sodann aus einem Traktat Mahlers zur damals tosenden Debatte um Christian Klars Freilassung zitiert, Darin heißt es:

    „Nach dem Ende der Studentenbewegung [sind] zwei Nachfolgeorganisationen
    anstanden: ein Theorie-SDS und ein Waffen-SDS.“ (20. 4. 2007 (!) www.deutsches-kolleg.org/erklaerungen/raf.html „Soll die RAF die BRD-Terroristen begnadigen?“)

    Hier haben die Kolporteure offenkundig „Waffen-SS“ statt „Waffen-SDS“ verstanden und sodann den Herausgebern der „Rote Arme Fiktion“ unterschoben. Es ist dies ihre Projektion, die allerdings so grundlos nicht ist, denn Mahler fährt fort:

    „Während in den Formationen des Theorie-SDS die Denkungsart der
    mitteldeutschen Revolutionäre und damit die gesamtdeutsche Perspektive
    bestimmend blieb, verengte sich die Sicht im Waffen-SDS, der dann als RAF bekannt geworden ist. Bestimmt wurde diese Sichtweise von der Nazi-Kinder-Fraktion aus den gehobenen Kreisen der BRD, die an wichtigen Einflußstellen in Wirtschaft und Politik mit der westlichen Besatzungsmacht kollaborierten. Die RAF war der bewaffnete Aufstand der Kinder der westdeutschen Kollaborateure.“

    So ist, durch nichts als Projektion und Kolportage, binnen eines Jahres aus dem „antideutschen RAF-Bashing“ von 2007, die Denunziation von 2008 geworden, mit der unser Ausschluß aus der Literaturmesse begründet werden soll.

    Aus Horst Mahler hörte die „Junge Welt“ sich selbst heraus, darum mußte sie dessen steile Behauptung abspalten, verleugnen und verdrängen und den „Antideutschen“ zuschreiben. Der Antisemitismus und – in Gestalt des Antizionismus – der Haß auf Israel ist es, was Mahler, den RAF-Begründer, mit Mahler, dem Nazi, und mit der Chef-Redaktion der „Jungen Welt“ eint und verbindet.

    Abgespalten werden muß die Aussage Ulrike Meinhofs im Prozeß gegen Mahler 1972:
    „Ohne daß wir das deutsche Volk vom Faschismus freisprechen – denn die Leute haben ja wirklich nicht gewußt, was in den KZ vor sich ging – können wir es nicht für unseren revolutionären Kampf mobilisieren.“

    Die RAF war bewaffnete Holocaust-Verharmlosung, und das Bild, das sie sich vom Antisemitismus machte, war danach, d.h. lag ganz auf der Generallinie von August Bebel bis zu Josef Stalin, ernährte sich von der nach Auschwitz endgültig irrsinnigen These, der Antisemitismus sei eine ihrer selbst unbewußte Revoltenenergie, speise sich aus der Behauptung vom „Sozialismus der dummen Kerle“, der auf seine wundersame Erweckung und mildtätige Führung durch die Revolutionäre der „Jungen Welt“ wartet. So schon Ulrike Meinhof vor Gericht:

    „Der manipulierte Antisemitismus während des Hitler-Faschismus war seinem Wesen nach gegen die Banken, die Geldsäcke, die Raffer gerichtet, nur mit dem falschen Bewußtsein. (…) In diesem Antisemitismus, der in das Volk reinmanipuliert worden ist, war die Sehnsucht nach dem Kommunismus …“

    Die „Junge Welt“ und das Revolutionstribunal der Linken Literaturmesse wollen diesen Zusammenhang unsichtbar machen, um in ihrer Stimmungsmache gegen Israel fortfahren zu können, um immer wieder aufs Neue die Legende zu kolportieren, der Antisemitismus sei das eine, der Antizionismus das ganz, ganz andere und schon gleich die halbe Revolution. Darum sind sie immer so gereizt, wenn darauf die Rede kommt. So gerät selbst noch Jutta Ditfurth ins Visier, deren im rechtsbürgerlichen Ullstein-Verlag erschienener Kolportageschmöker „Ulrike Meinhof. Die Biographie“ ansonsten sehr goutiert und im jW-Shop zum Verkauf angeboten wird. Einmal auf den 480 Seiten ihrer Kolportage („Unter der Bettdecke flüsterte Andreas zärtlich mit Gudrun.“) kommt selbst sie nicht umhin, die Ausfälligkeiten der Meinhof gegen den „Moshe Dayan-Faschismus“ zu erwähnen – prompt handelte sie sich den Vorwurf des jW-Rezensenten ein, „leider“ fehle „in diesem Buch auch nicht das Ditfurthsche Steckenpferd – der Antisemitismus“ (Ron Augustin, Privatperson im Kollektiv, junge Welt vom 12. 12. 2007). Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: der Antisemitismus, das „Ditfurthsche Steckenpferd.“

    Der ganz gewiß unbeabsichtigte Doppelsinn dieser erlesenen Gemeinheit ist es, der die Projektion offenbart, die auch in dem Satz zum Ausdruck kommt, der den Autoren und Herausgebern des Buchs über die „Rote Arme Fiktion“ unterschoben wird.

    3. Weiterhin wird behauptet, der ça ira-Verlag zeige „unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran.“ – Wir mögen diesen sekundären Abhub der Kolportage einer Kolportage nur dahingehend kommentieren, daß kein Autor des Verlags, zu denen auch Redakteure der
    „Bahamas“ gehören, jemals in der Lage sein wird, die infame Behauptung von Werner Pirker („junge Welt“ vom 07.06.2008) niederzuschreiben, wonach die militärische Vorbereitung der
    legitimen Notwehr Israels gegen einen antizionistischen atomaren Erstschlag als „präventiver Holocaust“ bezeichnet wird. Ulrike Meinhof und Horst Mahler lassen jedenfalls grüßen! Und man ersehe daraus, daß der Vorwurf des Antisemitismus unsererseits keineswegs, wie die „junge Welt“ schreibt, „leichtfertig“ erhoben worden ist.

    4. Auf die profilneurotische Bloggerszene, die sich derzeit auch bezüglich der hier verhandelten Thematik austobt, gehen wir normalerweise schon aus Prinzip nicht ein. Auf einem sog. „redblog“ äußert sich aber einer, der offensichtlich während der „peinlichen Befragung“ anwesend war, und behauptet:

    „Auf dem Plenum gab der Vertreter des Freiburger Verlages zu verstehen, daß es ‚gute‘ (Westen) und ‚böse‘ (Iran) Atombomben gäbe.“ ( http://redblog.twoday.net/20081118)

    Mehr als einmal wurde unsererseits eingewandt, daß Atomwaffen generell ein Ausdruck irrationaler Verhältnisse seien. Das Differenzieren zwischen versch. Atommächten, wurde hier schlichtweg in ein Affimieren bestimmter Atombomben umgelogen. Da man allerdings davon ausgehen muss, daß der Verfasser seine Lüge auch noch selbst glaubt, bleibt unsererseits nur noch Ratlosigkeit gegenüber einem solchen Verlust jedes Verhältnisses zur Realität. (Was dann wiederum stellvertretend für einen Großteil der sog. Blogger stehen dürfte.)

    5. und letztens: Selbstverständlich nehmen wir für uns das „Recht“ in Anspruch, die Zeitschrift „Bahamas“ an unserem Messestand auszulegen und zu verkaufen. Wir möchten natürlich gerade den Leuten, die inhaltlich an der Bahamas und ihren Texten etwas auszusetzen haben, die Gelegenheit bieten, die Zeitschrift an unserem Strand käuflich zu erwerben, um in aller Ruhe die „inkriminierten“ Texte oder Aussagen – erst einmal – zu lesen; damit wäre schon viel gewonnen.
    „Die Kritik ist der Kopf der Leidenschaft“, schreibt Marx irgendwo, und man kann ganz sicher sein, daß kein „Bahamas“-Redakteur jemals der Ditfurth ihr „Steckenpferd“ vorwerfen wird. Daß die Kritik doch wohl oft ins Schwarze trifft, läßt sich aus der Heftigkeit der Reaktionen schließen. Jedes Hantieren mit Denunziationen und Beschimpfungen zeigt nur umso mehr die Unfähigkeit und den Unwillen, sich mit der Kritik auseinander zu setzen, welche die „Bahamas“ regelmäßig und mit großer Sorgfalt veröffentlicht. Das sich ständig beleidigt Fühlen jener berufsmäßigen Feinde der Bahamas agiert nach dem projektiven Modus der „verfolgenden Unschuld“. Der Antizionismus und der Haß auf Israel, den die „junge Welt“ schürt, zeugen allerdings nicht einmal von einer „Leidenschaft des Kopfes“, sondern von den ordinären Machenschaften der Linksdeutschen.

    Wir fordern daher:

    1. Berichtigung und Entschuldigung durch die Redaktion der „jungen Welt“.
    2. Rücknahme des Ausschlusses von der nächstjährigen Linken Literaturmesse durch die Veranstalter bzw. Bestätigung der Resultate des neo-stalinistischen Putsches gegen auch nur die Idee einer linken Öffentlichkeit durch die tatsächliche Mehrheit der dort vertretenen Verlage.
    3. Weihnachtsgeld bzw. 13. Monatsgehalt auch für die 1 Euro-Verleger von ça ira!

    Freiburg/Nürnberg, den 24. November 2008

    ça ira
    Verlag der Initiative Sozialistisches Forum
    Postfach 273, 79002 Freiburg
    Tel.: 0761 / 379 39, Fax: 0761 / 379 49
    Mail: info@isf-freiburg.org, Web : www.isf-freiburg.org

    AG Kritische Theorie
    http://kritischetheorie.wordpress.com/

  52. Gravatar Icon 52 revolution 26. November 2008 um 12:27 Uhr

    der link auf den indyartikel ist falsch formatiert.
    @schorsch kannst du das bitte bearbeiten?

  53. Gravatar Icon 53 schorsch 26. November 2008 um 13:33 Uhr

    Jap; in der Sidebar gibt es jetzt auch einen Hinweis auf die Stellungnahme.

  54. Gravatar Icon 54 lysis 26. November 2008 um 14:15 Uhr

    @scheckkarte: mach dich mal nicht lächerlich! gerade antideutsche sollten beim thema faschismusvergleich still sein. für die bahamas ist sogar obama ein faschist (siehe uli krug in der aktuellen bahamas).

    ich selbst hab ausgeführt, was ich damit meine: extremer chauvinismus, extremer imperialismus und hetze gegen ausgewählte minderheiten. dass die bahamas keinen führerstaat will und keine uniformierten schlägermilizen aufstellt — geschenkt!

    ich hab auch klipp und klar gesagt, dass mir der faschismusbegriff unwichtig, ja redundant erscheint, weil es im grunde völlig egal ist, wie man die sache nennt. man könnte sie auch blumentopf nennen, das würde am inhalt überhaupt nichts ändern.

    analytisch besteht übrigens keinerlei einigkeit darüber, was man unter faschismus zu fassen hat und was nicht. es kommt immer darauf an, ob man dies oder jenes als wesentlich für die sache oder nur als historisches akzidenz begreift. ob z.b. pinochet wirklich ein faschist war, darüber besteht angesichts des fehlens einer massenbewegung, die ihn unterstützt hätte, bis heute uneinigkeit.

    oft wird faschismus auch als abgeschlossener epochenbegriff gebraucht („die ära des faschismus“), ähnlich wie das in der geschichtswissenschaft auch beim imperialismus üblich ist („das zeitalter des imperialismus“). allerdings widerspricht dem die tatsache, dass es auch phänomene in der gegenwart gibt, die sich eindeutig als faschistisch oder imperialistisch klassifizieren lassen.

    aus all diesen gründen ist der faschismusbegriff als analytisches konzept ohnehin reine willkür. deswegen hab ich auch spöttisch die dimitroff-these zitiert: „reaktionärste, am meisten chauvinistische, am meisten imperialistische“ usw., weil diese adjektive auf die bahamas ziemlich gut passen! ;)

  55. Gravatar Icon 55 yahya 26. November 2008 um 14:16 Uhr

    Sarah schrieb:

    Was erwartest du?! Daß ich jetzt alle relevanten Bahamasartikel der letzten fünf Ausgaben hier zusammenfasse und dir ihre Kernaussagen wie sauer Bier anbiete, ob dir da denn was genehm sein könnte??

    Soweit ich sehe wurde das nicht verlangt, sondern bescheiden:

    […] mal eine neuere Stelle aus den Bahamas anzuführen, wo ein triftiger Gedanke vorkommt, den man sonst nirgends findet

    Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass das tatsächlich ziemlich schwierig sein muss, sowie dass die Schreiberin selbst nicht viel von dem gelesen hat, was sie anempfielt.

    Das kann ich ihr nicht verübeln, denn alles was ich an Textproduktion aus diesem Blatt bisher gelesen habe (alles aus der Post-9/11-Zeit) ist einfach derartig unlesbar, dass man schon äußerste Entschlossenheit aufbringen muss, um sich da durchzukämpfen.

    Diese Endlostiraden verdienen schon formal überwiegend nicht die Bezeichnung „Artikel“. Es sind einfach unförmige, strukturlose Textwürste, die für mich schon allein aufgrund ihres permanent aufgeregt-hysterischen Tonfalls nicht lesbar sind. Kaum ein Satz kommt ohne Beleidung aus, meistens derartig bizarr überzogen, dass man kaum glauben mag, dass der Autor (Autorinnen scheint es da nicht zu geben) es ernst meint.

    Diesen Texten geht einfach jeder Charme und jede intellektuelle Brillianz ab. Sie sind einfach schlecht und versuchen erfolglos, durch unentwegtes Gepöbel von diesem Umstand abzulenken.

    Man merkt den Autoren an, dass sie permanent im Auftrage des HErrn unterwegs ist. Jegliche Selbstdistanz, Reflexion oder die Fähigkeit zur Selbstironie scheint ihnen völlig abzugehen.

    Kurz und schlecht: Sie sind schrill, aber langweilig und letztendlich belanglos. Wenn man einen gelesen hat, kenn man alle (zumindest alle, die ich bisher gelesen habe).

    Ein wirkliches Ärgernis ist aber, dass die Artikel sich sehr häufig, eigentlich immer, Stilmitteln bedienen, die der klassischen Kriegspropaganda entlehnt sind: Der ideologische Gegner wird durchweg entmenschlicht, entindividualisiert. Anstelle von Argumenten wird mit Assoziationen gearbeitet, der Moslem tritt grundsätzlich in „Meuten“, „Horden“, „Mobs“ oder „Banden“ auf, ist irrational, unberechenbar und v.a. fremd, fremd und nochmals fremd, sieht anders aus, spricht anders, tickt anders. Es ist also das ganz klassische Ressentiment, was hier mobilisiert wird. Das es formal anders hergeleitet wird, als in der klassischen Propaganda, mancht letztendlich kaum mehr einen Unterschied, denn die wahrscheinliche Antwort des durchschnittlichen Bahama-Redakteurs auf diese Feststellung wird sein, dass nicht er die Moslems dazu mache sondern dass sie ja wirklich solche unzivilisierten entindividualisierten Horden sind etc.

    In dem Zusammenhang bezeichnete ein bekennender Bahamas-Anhänger mir gegenüber die „palästinensischen Horden“ einmal als „vertiert“, damit ist aus meiner Sicht, zumindest formal eine erhebliche Nähe zu Nazi-Propaganda erreicht (man denke an Nazi-Propagandafilme wie „der ewige Jude“ mit ihren Bildfolgen, wo auf Bilder polnischer Juden solche von Ratten folgen und umgekehrt). Der Unterschied mag sein, dass der Hardcore-Antideutsche dem Moslem immer noch die Möglichkeit lässt, seine Herkunft abzulegen und damit Mensch zu werden, etwas was biologischer Rassismus seiner Logik nach nicht kann. Aber auch so ist es bereits atemberaubend, dass solchees innerhalb eines sich links nennenden Milieus möglich ist. Aber wahrscheinlich legt es einfach nur beredtes Zeugnis davon ab, dass das Arbeiten mit solchen entmenschlichenden Stereotypen in der Linken, v.a. der aus autoritärer Tradition kommenden K-Gruppen-Linken weitaus üblicher war und teils immer noch ist, als man hoffen würde.

    Dass von „Banden“, „Horden“, „Meuten“, „Mob“ die Rede ist, statt etwa im Falle Kolumbiens korrekter von rechten Todesschwadronen, ist ja auch in der Diskussion zu diesem Artikel zu beobachten. Warum eigentlich? Ist eine „Mörderbande“ etwa schlimmer als ein Todesschwadron? Der „Mörderbande“ haftet etwas archaisch-irrationales, wildes an, während die Todesschwadron einfach nur eine Institution für gezielte, kaltblütige Morde im Auftrage eines Unterdrückungsapparates ist. Warum also oben das Wort „Mörderbande“, das die Natur und den Zweck einer solchen Gruppe meines Erachtens eher verschleier? Warum werden Dinge als „Barbarei“ bezeichnet, die mit Barbaren nichts zu tun haben? Warum werden sie in den Ruch der Irrationalität gestellt, wo sie doch allzuoft einer klaren Zweckrationalität folgen?

    Es scheint mittlerweile zum K-Gruppen-linken Usus zu gehören, dass man dem Gegner das unzivilisiert-irrationale wilde, barbarische, andere anhängen muss, während man für sich selbst unbedingte Rationalität proklamiert. So richtig klar ist mir nicht, was dahinter steckt, aber dass das ganze kein Zufall ist und eine reale Funktion hat, die Überlegung liegt nicht fern, wenn man damals seinen Theweleit gelesen hat…

  56. Gravatar Icon 56 yahya 26. November 2008 um 14:35 Uhr

    Sehe gerade, dass das mit den Mörderbanden eine andere Diskussion war.

  57. Gravatar Icon 57 lysis 26. November 2008 um 14:39 Uhr

    zu seyran ates — obwohl ich nicht weiß, warum du die jetzt ins spiel bringst, liebe scheckkarte — sag ich nur so viel: einem „anti“deutschen nachweisen zu wollen, dass irgendjemand rassistisch sei, ist ein ding der unmöglichkeit, weil er den rassismus ja schließlich für ein zutreffendes urteil über die wirklichkeit hält. insofern gibt es für ihn gar keinen rassismus, und insofern ist niemand ein rassist — außer vielleicht man findet noch jemanden, der die anthropologische schädelgrößenlehre aus dem letzten drittel des 19. jahrhunderts vertritt.

    rassismus ist ein begriff von antirassist_innen. rassisten kennen diesen begriff nicht und können damit auch nichts anfangen.

  58. Gravatar Icon 58 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 14:56 Uhr

    ja jetzt hast du immer noch nicht ausgeführt, wieso du seyran ates unter rassismus subsumierst. da kannst du das nächste mal auch gleich kurz schreiben: „das war wie immer ein emotionaler ausfall meinerseits bei waiting.“ mir ging es allerdings tatsächlich darum, wie du bei ihr deinen rassismusvorwurf begründest – das ist mir nämlich nicht klar gewesen. wie jetz klar ist: gar nicht.

    lächerlich macht sich der, der mir unterschieben will bei faschismusvergleichen gefälligst ruhig zu sein anstatt nachzufragen. für dich ist faschismus also eine emotionale denn eine analytische kategorie – mit rassismus scheint es genauso zu sein.

  59. Gravatar Icon 59 lysis 26. November 2008 um 15:11 Uhr

    ich weiß jetzt überhaupt nicht, wie du auf seyran ates kommst. die war hier nirgends thema, und ich hab mich auch an keiner stelle mit ihr befasst. insofern erübrigt sich das.

    und was den nachweis des rassismus der bahamas angeht, habe ich das schon 2003 in diesem forum geleistet (siehe insbesondere die beiträge vom 29. August 2003 – 02:55 Uhr ff., punkt 4 bis 6). und ich wiederhole mich ungern, nur weil mal wieder ’ne neue generation von bahamas-adepten nachgewachsen ist, die von nichts ’ne ahnung hat und immer wieder neu bewiesen haben will, dass sie (wie im film die welle) einem haufen vernichtungswütiger rassisten hinterher rennt, ohne es als solches wahrzuhaben.

  60. Gravatar Icon 60 lysis 26. November 2008 um 15:21 Uhr

    für dich ist faschismus also eine emotionale denn eine analytische kategorie – mit rassismus scheint es genauso zu sein.

    also wer schwarze flüchtlinge in ihren zelten verbrennen will bzw. das als „antifaschistische tat“ gutheißt, ist für scheckkartenpunk kein rassist. mmh.

    da kann ich auch nicht mehr weiterhelfen.

  61. Gravatar Icon 61 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 15:31 Uhr

    die war hier nirgends thema, das stimmt, aber unterm strich ist es eben genau so ein emotionaler ausfall ohne nachweis. nur der vollständigkeit halber:

    waiting sprach von necla kelek, seyran ates und vor allem ayaan hirsi ali als islamkritikerinnen und deine antwort war:

    Klar, und weil diese Alibi-Alis des deutschen Abschiebe-Staats Migrant_innen sind, können sie keine Rassist_innen sein.

    weil du emotional mit begriffen um dich wirfst wird ja mal eine nachfrage erlaubt sein. was du da 2003 im sinsistra forum nachgewiesen hast, das finde ich an dieser stelle uninteressant.

    immerhin hast du hier links eingestellt und basierend darauf behauptungen aufgestellt, die nicht nachvollziehbar sind.

    was deine projektionsleistungen mir gegenüber betrifft, da kannst du gerne weitermachen, wenn dich das emotional entlasten sollte. sachlich sind die genauso haltlos wie dein rassismusvorwurf gegen ates.

  62. Gravatar Icon 62 lysis 26. November 2008 um 15:35 Uhr

    ja jetzt hast du immer noch nicht ausgeführt, wieso du seyran ates unter rassismus subsumierst. da kannst du das nächste mal auch gleich kurz schreiben: “das war wie immer ein emotionaler ausfall meinerseits bei waiting.” mir ging es allerdings tatsächlich darum, wie du bei ihr deinen rassismusvorwurf begründest – das ist mir nämlich nicht klar gewesen. wie jetz klar ist: gar nicht.

    alter, warum stellst du diese frage nicht bei waiting, wenn es dir um den beitrag dort geht? wie auch immer, ich nenne seyran ates dort in einem atemzug mit necla kelek und ayaan hirsi ali. nun hab ich mich ausgerechnet mit ates noch überhaupt nicht schriftlich befasst, und so muss ich dich bitten, mit einem beitrag über die rassistin hirsi ali vorlieb zu nehmen. aber ich denke, bei der würdest du auch bestreiten, dass sie eine ist. insofern ist das doch ein guter ersatz, nicht wahr?

    möchtest du noch weitere rassismusbelege für andere gruppen oder personen? ich bin leider kein wandelndes archiv, aber ein paar sachen hab ich noch auf lager!

  63. Gravatar Icon 63 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 15:52 Uhr

    ich denke es ist nicht sinnvoll hier weiter zu machen. mein fehler das alles in einem kommentar abzuhandeln. mich hat es nur gewundert daß du ates und ali in eine reihe stellst, denn gründe dafür waren (sind) mir nicht bekannt.

  64. Gravatar Icon 64 lysis 26. November 2008 um 16:31 Uhr

    nicht ich habe ates mit hirsi ali in eine reihe gestellt, sondern die von waiting zitierte quelle. meines erachtens gehört sie aber auch in diese reihe, nur kann ich den beleg dafür nicht aus dem ärmel schütteln, weil ich mich mit dieser frau nie schreibend befasst habe. und auf eine recherche extra für dich hab ich jetzt wirklich keinen bock. ich hüpf doch nicht, wenn du sagst: „hüpf!“

  65. Gravatar Icon 65 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 16:40 Uhr

    ich wollte dich nicht überfordern, ich dachte halt du weißt wovon du sprichst.

  66. Gravatar Icon 66 lysis 26. November 2008 um 16:53 Uhr

    also, weil das mittlerweile den ganzen thread durchzieht, stelle ich jetzt die betreffende passage aus dem sinistra-forum von 2003 mal komplett hier rein, damit sich jeder selber überzeugen kann, ob ich müll labere oder nicht. referenzquelle ist ein artikel von uli krug und lea lichtenberg aus bahamas #39:

    4. du leugnest, dass die autorInnen sich die pogromphantasie von fallaci zu eigen machten bzw. sie rechtfertigten. schauen wir uns den satz genau an:

    „Vielleicht ist noch erinnerlich, daß von interessierter antirassistischer Seite in Deutschland, Frankreich und anderswo gerade die Sache mit dem Zelt dazu herhalten sollte, Fallaci in die Reihen rassistischer Mordbrenner zu stellen, wie sie etwa aus Rostock-Lichtenhagen bekannt sind. Was Fallaci anklagte, ist, wenn auch ungleich eloquenter, das, was deutsche Antifaschisten immer beklagen: Die Untätigkeit der Staatsmacht gegen faschistische Manifestationen.“

    Die Argumentation geht also so: AntirasstInnen stellen Fallaci in die Reihe der rassistischen Mordbrenner von Rostock-Lichtenhagen. Das träfe aber nicht zu. Und warum nicht: weil das Beten zu Allah eine faschistische Manifestation ist, und Fallacis Pogromphantasie daher nichts anderes sei als das, was deutsche AntifaschistInnen auch tun: sich gegen Faschisten zur Wehr zu setzen. Sie sei also nicht von Rassismus, sondern von Antifaschismus geleitet, und DESHALB könne sie nicht in einen Topf mit den RASSISTISCHEN Mordbrennern in Rostock-Lichtenhagen geschmissen werden. Noch einmal konkret: Wer afrikanisch-muslimische Flüchtlingszelte am liebsten anzünden möchte, artikuliert damit lediglich seine antifaschistische Gesinnung, weil diese Flüchtlingszelte selbst eine faschistische Manifestation sind.

    Zusätzlich zählen die AutorInnen ganz konkret auf, was Fallaci zu diesem äußerst berechtigten Zorn gebracht habe: sie war es leid, „daß das Baptisterium vorsätzlich bepisst wurde, daß der Muezzin auf dem Domplatz über ohrenbetäubende Lautsprecher die Gläubigen zum Gebet rief, daß selbst ältere Damen wie sie nur mit Tritten in die Eier der Bedränger gegen die Allgegenwart moslemischer Bedränger ankamen“.

    Die Rechtfertigungen von Krug und Lichtenberg für Fallacis Pogromphantasie berufen sich also auf drei Skandale, für die die dort campierenden „Faschisten“ verantwortlich gezeichnet hätten: 1. öffentliches Urinieren, 2. öffentliche Praktizierung ihrer Religion (die eine faschistische religion ist) und 3. die sexuelle Belästigung von eingeborenen Frauen. Krug und Lichtenberg versammeln damit klassische deutsche Pogromgründe, wie sie (jedenfalls in bezug auf 1 und 3) auch für das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen charakteristisch waren.

    5. nehmen wir uns nun die sache mit der abschiebung vor:

    „Das [mit dem in Reih und Glied Aufstellen (!!!!) und anschließend Abschieben – Perry] hat Fallaci tatsächlich geschrieben – allerdings richtet sich das in keiner Weise generell gegen die sogeannnten ‚clandestini‘, die illegalen Einwanderer, sondern gegen jene, die sich gemäß einer islamischen Erziehung und (Selbst-)Indokrination aufführen.“

    Abgesehen davon, dass die AutorInnen ignorieren, dass die Formulierung „in Reih und Glied aufstellen“ eine Anspielung auf Erschießungskommandos ist, wird Fallaci hier damit gerechtfertigt, dass sich ihr Drängen, Leute abzuschieben, JA NUR auf jene bezieht, „die sich gemäß einer islamischen Erziehung und (Selbst-)Indokrination aufführen“. Folgerung: also sei das alles gar nicht rassistisch, sondern (siehe oben) wiederum nur Ausdruck ihrer antifaschistischen Gesinnung. Schließlich grenzen sich Krug und Lichtenberg in diesem Punkt von Fallaci sogar ab:

    „Der Forderung nach Sofortausweisung islamistischer clandestini, nur von ihnen sprach Fallaci, ist sicherlich schon deshalb ein ungeeigneter Vorschlag, weil dadurch diejenigen sich bestärkt fühlen könnten, die alle clandestini außer Landes wissen wollen.“

    Die Abschiebung islamistischer Flüchtlinge (in einem extrem weit gefassten Sinne, siehe oben!) ist also NUR DESHALB ungeeignet, weil man den Staat nicht dazu bringen könne, STRENG ZU SELEKTIEREN zwischen denjenigen, die es verdient haben abgeschoben zu werden (wie den islamistischen Flüchtlingen) und dem Rest der Clandestini. Der Staat sei nämlich rassistisch, weil er ohne Ansehen der Religion alle Illegale abschieben möchte. Antifaschistisch sei es hingegen, nur die abschieben zu wollen, die „die sich gemäß einer islamischen Erziehung und (Selbst-)Indokrination aufführen“, wie z.B. die auf einem öffentlichen Platz zu Allah betenden afrikanischen Flüchtlinge. Der Vorschlag von Fallaci wird also nur deshalb abgelehnt, weil er NICHT PRAKTIKABEL sei. Der Staat selektiert eben nicht, wie Uli Krug und Lea Lichtenberg das wollen!

    6. du schreibst: „ich finde das fatal für den artikel, der ja eigentlich sozusagen den rassimus des antirassismus aufdecken will, auch wenn krug nicht von rassismus sprechen würde.“ nun, dabei handelt es sich um eine altbekannte masche, den vorwurf umzudrehen. die argumentation, die du so tolle findest, lässt sich so zusammen fassen: „nicht die fallaci ist eine rassistin, sondern die, die sie kritisieren, weil sie nicht kapieren, dass jeder sich für seine religion freiwillig entscheidet. wenn die afrikanische flüchtlinge keine muslime wären, würden wir sie ja in ruhe lassen! also sind nicht wir die rassisten, sondern diejenigen, die den afrikanischen flüchtlingen ihre barbarische ‚kultur‘ als wesenhaft zuschreiben.“ umkehrschluss: solange sie an ihrer „faschistischen religion“ hängen, darf man alles mit ihnen machen: sie „in reih und glied“ aufstellen, sie abschieben, sie verbrennen usw. usf. – es sind ja schließlich nur faschisten! wer regt sich auf, wenn ein faschist abgefackelt wird? na also!

    wunderbar, und du hast diese dümmliche rechtfertigung ihrer rassistischen mordphantasien also tatsächlich geschluckt, ja? man darf alle muslime angreifen, entrechten, töten, abschieben, nur weil sie sich ihre religion ja selbst ausgesucht haben! wunderbar. martin luther hat auch nicht anders argumentiert, als er vorschlug, die jüdischen synagogen anzuzünden. aber martin luther war ja kein antisemit – er hatte nur was gegen die religion, die diese leute sich, immerhin freiwillig, ausgesucht hatten!

    meine güte, es ist unfassbar, was sog. linke und ex-linke sich alles einreden, um ihren rassismus „PC“ zu gestalten.

  67. Gravatar Icon 67 lysis 26. November 2008 um 17:02 Uhr

    Und hier noch mal unzerstückelt das Originalzitat, in dem Fallacis Drohung, Flüchtlingszelte in Brand zu stecken, von der Bahamas ideologisch offen legitimiert wird:

    Ähnlich wie hier verhält es sich mit der ständig kolportierten Stelle, daß Fallaci geschrieben hätte, daß sie am liebsten ein von illegalen Einwanderern im Zentrum von Florenz erichtetes Zelt anstecken wollte, hätten es die Behörden nicht vorher geräumt. Tatsächlich berichtet Fallaci von ihren vergeblichen Versuchen, irgendjemand Zuständigen – ob Minister oder Bürgermeister – dazuzubringen, ein Zelt, das somalische Moslems vor dem Dom errichtet hatten, zu entfernen; zu entfernen, weil sie es leid war, daß das Baptisterium vorsätzlich bepisst wurde, daß der Muezzin auf dem Domplatz über ohrenbetäubende Lautsprecher die Gläubigen zum Gebet rief, daß selbst ältere Damen wie sie nur mit Tritten in die Eier der Bedränger gegen die Allgegenwart moslemischer Bedränger ankamen. Als keiner der zuständigen Herren über Monate auch nur einen Finger rührte, ‚änderte ich die Vorgehensweise. Ich rief einen Polizisten an, der das Büro für Sicherheit in der Stadt leistete und sagte: >Werter Polizist …, wen Ihr bis morgen nicht das beschissene Zelt fortschafft, dann stecke ich es an. Ich schwöre auf meine Ehre, daß ich es anstecke, und nicht einmal ein Regiment Carabinieri wird mich daran hindern können, und dafür will ich festgenommen werden. Mit Handschellen in den Knast, festgenommen. So komme ich in alle Zeitungen und Sender, die-Fallaci-festgenommen-in-ihrer-Stadt- weil-sie-sie-verteidigt-hat, und auf Euch spucken alle.

  68. Gravatar Icon 68 lysis 26. November 2008 um 17:16 Uhr

    damit der schöne und sehr treffende beitrag von yahya über die bahamas nicht in der diskussionswüste zwischen mir und scheckkartenpunk verloren geht, hier noch mal ein interner querverweis darauf.

  69. Gravatar Icon 69 scheckkartenpunk 26. November 2008 um 18:17 Uhr

    also wer schwarze flüchtlinge in ihren zelten verbrennen will bzw. das als “antifaschistische tat” gutheißt, ist für scheckkartenpunk kein rassist.

    das seh ich ja jetzt erst und obwohl das offtopic ist: das ist hier doch keine bastelstunde für falsche behauptungen! wo soll ich mich denn dahingehend geäußert haben?

    schon in meinem ersten beitrag hier stand:

    ohne den text verteidigen zu wollen – und dafür gibt es auch keinen anlass

  70. Gravatar Icon 70 alkohol 26. November 2008 um 19:51 Uhr

    yahya schrieb:Der Unterschied mag sein, dass der Hardcore-Antideutsche dem Moslem immer noch die Möglichkeit lässt, seine Herkunft abzulegen und damit Mensch zu werden, etwas was biologischer Rassismus seiner Logik nach nicht kann.

    Man darf sich wohl auch keine Illusionen darüber machen, dass es bei den Folgen, die das antideutsche Feinbild haben kann, praktisch kaum einen nennenswerten Unterschied machen wird, ob es noch die theoretische Möglichkeit für die „Feinde“ offen lässt zur „richtigen Seite“ zu konvertieren. Das war ja beim Anti-Judaismus übrigens auch nicht anders.
    Diese Naturalisierung („vertiert“) und das Leugnen eines zweckrationalen antagonistischen Interesses sorgen schon für eine unerbittliche Abdichtung. Der Glaube an den totalen Verblendungszusammenhang scheint bei der Bahamas-Redaktion selbst zu einer irrationalen Verblendung geführt zu haben. Jedenfalls scheinen die ja nur noch Hasstiraden absondern zu können.
    Da ist der Hinweis auf die Möglichkeit für die „Feinde“ zu „konvertieren“, womöglich bloß ein Feigenblatt.

  71. Gravatar Icon 71 sarah 26. November 2008 um 22:54 Uhr

    PS @abdel palaver: auf deine ach so kennerisch-exquisite preisfrage, die wohl nur ein auf postpubertäre art sein alter betonender twen und regalmeterstolzer patriarch der gerechten sache (’subkultur‘ ist für manche schon, überhaupt mit marx zu winken wie du es tust – was belegt, wie wenig sie wert ist) mit so vulgärer konkurrenzgeste auftischen kann, antworte ich aus lauter lust am dasein trotzdem: „k + p + h“ beschreibt den wert der ware als summe aus den produktionskosten (k), dem industriellen profit des produzenten (p) und dem merkantilen profit des händlers (h).
    ich würde dir ja gerne mit einer gegenfrage parieren, aber ich fürchte, ich bin für soviel zeitvergeudung und regression dann doch nicht zu haben. dir wünsche ich noch viele weitere avancierte web-debatten…

  72. Gravatar Icon 72 yahya 27. November 2008 um 4:35 Uhr

    @Sarah: Es würde sicher gut ankommen, wenn Du Dich anstelle von Mutmaßungen über Alter, Szenezugehörigkeit und Persönlichkeit der Diskussionsteilnehemer mal auf die Inhalte der Diskussion, einschließlich einer offener Fragen an dich konzentrieren würdest. Mit einem Diskussionsstil, der v.a. auf Beleidigungen und Provokationen auf persönlicher Ebene setzt, stellt man sich dagegen eher selbst ins Abseits.

  73. Gravatar Icon 73 Altlinker 27. November 2008 um 8:48 Uhr

    zu „Mit einem Diskussionsstil, der v.a. auf Beleidigungen und Provokationen auf persönlicher Ebene setzt, stellt man sich dagegen eher selbst ins Abseits“

    Leider nicht bei allen und nicht einmal hier in dieser „subkultur“ immer.

  74. Gravatar Icon 74 Christoph M 10. Dezember 2008 um 14:40 Uhr

    Die Debatte sollte sich meiner Meinung nach nicht darum drehen, ob man die Bahamas toll findet, oder nicht. Sondern in wie weit man auch Meinungen ausstellen will, die der Mehrheitsmeinung widersprechen. Wem die Zeitschrift oder der Verlag nicht passt, kann dann ja auch einfach zum »Ça ira« Messestand kommen und mit den Menschen dort diskutieren.

  1. 1 -> revolution Trackback am 26. November 2008 um 15:58 Uhr
  2. 2 Vom Drang dazu zugehören und andere auszusondern « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 26. November 2008 um 19:48 Uhr
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