Ein „stolzer Deutscher“

Nach der Hetzjagd in Mügeln versuchte der Bürgermeister Gotthard Deuse zu beschwichtigen und beschrieb die Vorfälle in Mügeln als „unpolitische Prügelei“. Zudem erklärte er, dass es in Mügeln keine rechtsextreme Szene geben würde. Dies stellte sich als glatte Lüge heraus und wirkt anbetracht des kollektiven Charakters der rassistischen Verfolgungsjagd ohnehin wie eine zynische Verhöhnung.
Derartige Kommentare des Bürgermeisters Deuse können jedoch kaum mehr überraschen. In einem Interview mit der rechten „Jungen Freiheit“, von dessen politischer Orientierung der FDP-Politiker nichts gewusst haben will, bekannte er: „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein.“. Weiterhin bagatellisierte er die Tat enorm: zu den „Ausländer Raus“-Rufen sagte er, sowas könne „jedem mal über die Lippen kommen“. Es scheint, als könne Deuse einiges Verständnis für die Gewalttat des Mügelner Mobs aufbringen. Anscheinend ist Duese um den „Ruf Mügelns in der ganzen Welt“ und die „persönlichen Gefühle“ der Mügelner mehr besorgt, als um die Opfer des rasenden Mobs und die rassistischen Ressentiments seiner Mitbürger.

Quellen: Junge Welt/WirtschaftsWoche


3 Antworten auf “Ein „stolzer Deutscher“”


  1. Gravatar Icon 1 Dieter 19. September 2007 um 9:30 Uhr

    So richtig weiß ich mit diesem Beitrag der Jungen Welt nichts anzufangen. Die Junge Welt ist ähnlich dem Neuen Deutschland eine sogenannte „linke“ Tageszeitung. Was ist das hauptsächliche Erkennungsmerkmal eines Linken? Antwort: Seine grandiose Oberflächlichkeit. Ein Linker kritisiert immer auf möglichst abstrekteste Art und Weise, wobei er konkret den größten Blödsinn erzählt. Beispiel: Mindestlohn. Die Linke fordert allgemein einen Mindestlohn, ohne auch nur ansatzweise zur Kenntnis zu nehmen, daß in einer kapitalistischen Marktwirtschaft dadurch Hunderttausende, langfristig sogar Millionen von Jobs verloren gehen.

    Im obigen Beitrag wird die „Hetzjagd in Mügeln“ tatsächlich einem „rasenden Mob“ in die Schuhe geschoben. Kein Hinweis auf gesellschaftliche Ursachen oder gar Lösungsvorschläge. Die Beiträge der gesamten Linken sind mit wenigen Ausnahmen öde, langweilig und damit die pure Zeitverschwendung.

    Der Rechtsradikalismus, insbesondere in Ostdeutschland, hat eine unübersehbare Ursache: den kontinuierlichen Sozialabbau. Arbeits- und Perspektivlosigkeit, besonderes unter der Jugend, ziehen immer radikale Lösungen nach sich. Will man den Rechtsradikalismus verhindern, muss man der sozialen Mißstände Herr werden. Doch – und zu dieser Ergebnis sollte eine linke Zeitung fähig sein – unter kapitalistishcen Verhältnissen ist dieses kaum möglich, so dass sich eine Analyse und Kritik des Kapitalismus als Ganzes anschließen sollte. Statt dessen nichts als leere Phrasen und dummes Zeug von einem angeblich „rasenden Mob“. – Ich habe inzwischen eine richtige Allergie gegen dieses pseudolinken Geschwätz von Gysi, Lafontaine & Co. bekommen.

    Dieter

  2. Gravatar Icon 2 schorsch 22. September 2007 um 13:53 Uhr

    Hallo Dieter,

    In meinem Beitrag ging es ja primär um da Verhalten des Bürgermeisters. Die sozioökonomische Grundlage des Rechtsradikalismus habe ich nicht augeführt. Auch, weil diese Sicht den meisten Lesern sowieso bekannt sein dürfte und ich da sicherlich nichts Neues erzählt hätte.

    Viele Grüße,
    Schorsch

  3. Gravatar Icon 3 Dieter 22. September 2007 um 15:34 Uhr

    Hallo Schorsch,
    ich glaube, es ist gerade umgekehrt: Die egozentrischen, von mir aus auch rein parteipolitischen Motive, die aber auch nicht edler sind als die egozentrischen Amibitionen unserer gewählten Volksvertreter, sind jedem hinreichend bekannt. Hingegen begreift die sozialen Hintergründe jeder radikalen Strömung kein Schwein. Der deutsche Kleinbürger sucht die Ursache der sozialen Mißstände immer beim Einzelnen, nie in der Gesellschaft.

    Jüngstes Beispiel: Der regierende Bürgermeister von Berlin hat in seinem Buch als Ursache der Armut allen Ernstes behauptet, daß die Leute nicht mit Geld umgehen können und führte als Indiz an, daß die ärmsten der Armen ihr Geld lieber für Schnaps und Zigaretten ausgeben. Aber nicht nur Herr Wowereit, der ja bekanntlich schon anlagebedingt in die falsche Richtung spielt, ist von allen guten Geistern verlassen.

    viele Grüße
    Dieter

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