„Der Glaube…“

Der Glaube, die Barbarei der Kulturindustrie sei eine Folge des „cultural lag“, der Zurückgebliebenheit des amerikanischen Bewußtseins hinter dem Stand der Technik, ist ganz illusionär. Zurückgeblieben hinter der Tendenz zum Kulturmonopol war das vorfaschistische Europa.
Horkheimer/Adorno


6 Antworten auf “„Der Glaube…“”


  1. Gravatar Icon 1 qwr 06. August 2007 um 20:51 Uhr

    Erstaunlich, dass es immer noch Leute gibt, die sich diesen öden Schinken reinziehen.

  2. Gravatar Icon 2 Moneymaker 26. August 2007 um 8:51 Uhr

    In den Mund?

  3. Gravatar Icon 3 Felle 14. September 2007 um 11:50 Uhr

    Wohin denn wohl sonst?

  4. Gravatar Icon 4 Dieter 27. September 2007 um 6:35 Uhr

    Jeden Schwachsinn kann man nüchtern beurteilen. Und Schwachsinn haben wir in diesen wenigen Zeilen mehr als genug.:

    „Der Glaube, … , ist ganz illusionär.“ – Der Glaube als Gegenteil von Wissen ist immer „illusionär“.

    „… die Barbarei der Kulturindustrie …“ – Nähere Erläuterungen zu diesem schwulstigen Terminus hat Schorsch uns nicht zumuten wollen. Ob es nun die sozialen Spannungen oder die Dekadenz der Kultur sein soll, können wir bei diesem konfusen Kontext aber auch ruhig dahingestellt sein lassen.

    „… Zurückgebliebenheit des amerikanischen Bewußtseins hinter dem Stand der Technik …“ – Das ist nun wieder typisch für Spinner. Ohne den geringsten Sachverstand schustern sie sich in ihrer Phantasie mit-Ach-und-Krach eine Welt zusammen, vergleichen dieses Hirngespinst dann mit der Realität, und kommen schließlich zu der epochalen „Erkenntnis“, daß da irgendetwas „zurückgeblieben“ sein muß. Tatsächlich zurückgeblieben ist hingegen nur ihr Verstand.

    “ … Tendenz zum Kulturmonopol …“ – Unsere Autoren haben weder eine Vorstellung von „Kultur“, noch vom „Monopol“. Und eine „Tendenz zum Kulturmonopol“ ist nichts als das Produkt ihres unübertroffenen Hangs zur Schwätzerei.

    „Zurückgeblieben hinter der Tendenz zum Kulturmonopol war das vorfaschistische Europa.“ – Was für ein Schwachsinn! …

    Lieber Schorsch, warum nimmst du so ein absolut sinnloses Geschwätz, bei dem in der Tat alle Leser nur sprachlos werden können, in dein Journal auf?

  5. Gravatar Icon 5 Nichtmarxist 27. September 2007 um 8:57 Uhr

    Ganz nebenbei, warum zum Teufel mußt du eigentlich immer gleich mit dem pluralis majestatis daherkommen? Du willst uns doch wohl nicht zumuten, daß das ein Pluralis modestiae deiner übergroßen Bescheidenheit sein soll, oder?

    Nun inhaltlich, wie kommst du eigentlich zu deiner ignoranten,schrägen These, Adorno und Horkheimer (ausgerechnet die!!) hätten keine Vorstellung von Kultur gehabt? Man muß die ja nun nicht kennen oder teilen, aber wenigstens zur Kenntnis nehmen, daß die sich damit in extenso befaßt haben, sollte man schon. Jedenfalls wenn man ernst genommen werden will.

  6. Gravatar Icon 6 Dieter 30. September 2007 um 7:55 Uhr

    Der Mensch ist Mensch durch die Art und Weise seiner Reproduktion.

    Im Zentrum der menschlichen Gesellschaft steht – ähnlich einem Gravitationszentrum – die materielle Produktion. Doch bereits hier müssen wir – wollen wir das Wesen der „Kultur“ verstehen – unterscheiden zwischen der Art und vor allem Menge der materiellen Güter und den Verhältnissen, unter denen sie produziert werden. Marx hat hier die Produktivität (also die Produktivkräfte) als das Primat erkannt, die bestimmte Produktionsverhältnisse (im Wesentlichen die Besitz- und Verteilungsverhältnisse der Waren) nach sich ziehen. Derzeit reproduziert sich der Mensch unter privatkapitalistischen Bedingungen.

    Nun ist der Mensch kein Roboter, sondern ein mit Emotionen und Individualismus ausgestattetes soziales Wesen. Als solches hat er sich zu allen Zeiten mit seiner Umgebung und mit sich selbst auseinandergesetzt. Als Ergebnis der geistigen Aufarbeitung entstand zunächst die Religion, später die Wissenschaft. Im Rahmen der materiellen Auseinandersetzung sind wir inzwischen in das sogenannte Computer-Zeitalter eingetreten. Die Religion entstand in den Höhlen, die Wissenschaft in den Laboratorien. Aber spätestens hier sind wir auch schon bei der eigentlichen „Kultur“ angelangt.

    Daß Religion und Wissenschaft zu einer „Kulturstufe“ gehören, wird keiner bezweifeln. Aber das Theater, also das, was man heute als Kultur im engeren Sinne bezeichnet, hat keine andere Funktion als Religion und Wissenschaft: Es setzt sich mit der materiellen Art und Weise der Reproduktion des Menschen auseinander; es versucht, das System zu erkennen, das die vielfältigen Erscheinungen des menschlichen Zusammenlebens erklärt. Bei den frühen Griechen drehte sich auf der Bühne alles um die Gunst der Götter, die sie als die Ursache von Allem, von Zwietracht, Kriegen und Armut ansahen. Doch schon ihre Schüler ahnten kurz vor Ende des antiken Hellenismus eine menschliche Verantwortung, konnten sie jedoch noch nicht zuordnen.

    Unsere kapitalistische Warenproduktion äußert sich in Folge des Privatbesitzes an Produktionsmitten im bellum omnem contra omnis, dem Kampf Jeder gegen jeden. Der Begriff „Leistungsgesellschaft“ hat keinen anderen Inhalt als diesen gnadenlosen Kampf. Wenn man sich unsere Theater- und Buchlandschaft genau ansieht, dann beschäftigt sich jedes Theaterstück und jedes Buch in irgendeiner Weise mit den Auswüchsen (Egoismus, Habgier, Intolleranz, Armut etc.) dieser speziellen Art, in der sich der Mensch derzeit reproduziert, gepaart mit teilweise verschimmelten Anachronismen aus unserer Höhlenzeit (die abgehackten Köpfe der Religionsstifter; die Zaubereien von Harry Potter). Daß in unserer Gesellschaft immer noch solch Budenzauber wie das Christentum eine Rolle spielt, beweist, daß wir in unserer Kultur nicht viel weiter gekommen sind als es die antiken Griechen schon waren – wahrscheinlich haben wir noch nicht einmal ihre Höhe erreicht. Geistig versuchen wir gerade erst, uns vom germanisch-christlichen Delirium des Mittelalters zu befreien. … Aber das ist wohl ein anderes Thema.

    Wenn Adorno also von einer „Barbarei der Kulturindustrie“ spricht, ist das der pure Nonsens: Die Barbarei liegt alleine in den privatkapitalistischen Produktionsverhältnissen begründet; und die „Kulturindustrie“ ist nur ein normaler Industriezweig wie z.B. die Automobilindustrie auch. Und die „Tendenz zum Kulturmonopol“ ist noch größerer Schwachsinn. Wenn schon, dann haben wir Tendenzen zum Automobilmonopol (Kohl Mercedes-Reuter; Schröder VW-Pierch) oder Rüstungsmonopol (Bush). Beim Terminus „Kulturmonopol“ hat Adorno schlicht die Eigenschaft vom Gegenstand gelöst und ihr dann ein Eigenleben eingeblasen, als ob man die Schönheit einer Frau von dieser trennen könnte. Die „Kultur“ ist eine Eigenschaft der materiellen Reproduktion, über die sie schwerlich ein Monopol errichten kann. Auch wenn man sich einbildet, daß die vor Silokon schier platzende Kultur etwas Eigenständiges ist, so ist sie doch nichts weiter als ein Spiegelbild der von Egoismus aufgedunsenen kapitalistischen Welt des Menschen.

    Man kann meine Kulturdefinition und -interpretation gerne einen „rigorosen Ökonomismus“ nennen, denn unsere Welt, und in geradezu beispielhafter Ausprägung die kapitalistische Welt, ist nichts anderes als ein „rigoroser Ökonomismus“. Alles, einschließlich der „demokratischen“ Politik, ist der Jagd nach materiellem Eigentum, der Jagd nach Profiten, untergeordnet. In der sogenannten Kultur versucht der Mensch nun einerseits hinter die Erscheinungen dieser Jagd blicken zu können, andererseits ist sie selber Teil der Jagd nach Profiten. Es ist nun das unleugbare Privileg eines jeden Ignoranten, diese Abhängigkeit auf den Kopf zu stellen und statt neuer, sozialistischer Produktionsverhältnisse eine neue Moral, eine „neue Kultur des Miteinander“, zu fordern. Auf dieser Forderung basiert mindestens die Hälfte der gegenwärtigen kulturellen Äußerungen, wovon sich jeder an der Theaterkasse oder im Buchladen überzeugen kann. Die frühen, noch unbeholfenen Griechen glaubten, ihre Einstellung zu den Göttern ändern zu müssen; unsere Schriftsteller und Dramatiker reden uns ein, wir müssen alle nur lieb und nett zu einander sein, um eine gerechte Welt zu schaffen.

    Statt „rigorosem Ökonomismus“ eben rigorose Ignoranz – solange wir es uns leisten können.

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