Kurz(es) zum Aufschwung

Mit Aufschwung und Lohnverhandlungen ist „noch keine grundsätzliche Trendwende beim Preis der Ware Arbeitskraft absehbar. Die über einen langen Zeitraum vollzogene Absenkung der Reallöhne (auch durch Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich) wurde durch diesen Abschluss bei weitem nicht auf die Schnelle ausgeglichen.“
Zudem droht „eine weitere Aufspaltung des Lohnniveaus zwischen Export- und Binnenökonomie“.
Natürlich setzt auch zu Zeiten des Aufschwungs die Verwertungslogik nicht aus. Deshalb sind aktuelle Lohnforderungen prädestiniert als Ursache für einen späteren „Abschwung“ herzuhalten. „Der Druck auf das Lohnniveau im Prozess der Globalisierung bleibt erhalten; die allzu eilfertig propagierte „Rückkehr zur Normalität“ birgt schon den Rückschlag in sich.“
Dann heißt es wieder: „den Gürtel enger schnallen, damit es dem Kapital endlich besser gehen kann.“ („Alle reden vom Aufschwung“)
Weiterhin ist es „keineswegs zufällig, dass der relativ gute Metall-Abschluss einher geht mit dem Versuch der Telekom, 50.000 Beschäftigte in den Niedriglohn-Bereich auszulagern.“.
Die Überzeugung, nach welcher erhöhte Profite stetig zu Lohnsteigerung, Arbeitsplatzsicherung und neuen Arbeitsplätzen beitragen erweist sich angesichts der Fakten als illusorisch. Neue Arbeitsplätze sind eben keine Garanten für eine ausreichende materielle Versorgung, sondern entstehen häufig nur, weil sie von prekären Beschäftigungsverhältnissen bestimmt oder im Niedriglohnbereich angesiedelt sind.
(Alle Zitate, sofern nicht anders angegeben, aus: „Der Preis der Arbeitskraft“)