Lechts und Rinks bei den FDOG

Ein Blogeintrag der FDOG verquickt linksradikale Kritik der Verhältnisse und die Ideologie der RAF.
Der Eintrag auf dem FDOG-Blog reagiert auf ein Textfragment Gremlizas, welcher schrieb:

Unwidersprochen von seinen Kollegen hat ein Justizminister (Goll, FDP) dieser Tage erklärt, daß ›heftige Kapitalismus-Kritik‹ ein Vergehen ist, das mit der Verschärfung des Strafvollzugs geahndet werden muß.

Ob sich Gremliza derart ereifert hätte,

wenn einem NPD-Mitglied, das vor 30 Jahren mehrere rassistische Morde begangen hätte und in einem Grußwort an eine Konferenz der Nationalzeitung davon spräche, daß der “Kampf gegen die Überfremdung des deutschen Volkes” weitergehen müsse, Hafterleichterungen verweigert würden?

fragt nun der Autor des Textes auf dem Blog der FDOG.

Auf die Unredlichkeit eines solchen Vergleiches soll nicht eingegangen werden. Vielmehr auf die Implikation dieser Hypothese, nämlich auf das Ziel rechtsradikaler Kritik. Der „Kampf gegen Überfremdung“ läuft auf den Kampf gegen Migranten und Migrantinnen hinaus. Daher besteht zwischen der Forderung, welche auf den „Kampf gegen Überfremdung“ abzielt und dem (tödlichen) Angriff auf Menschen, ein enger struktureller Zusammenhang.
Dieser ist in Klars’ Grußwort so direkt nicht gegeben. Allerdings gibt es dennoch einen Punkt, welcher für eine personalisierte Kapitalismuskritik Klars spricht. Klar fragt in seinem Grußwortnach den Ursachen, welche das Ausbleiben einer massenrevolutionären Bewegung begründen. Diese sieht er dann in der Propagandamaschinerie von „Regierungen und große(n) professionelle(n) PR-Agenturen“ repräsentiert.
Zwar begünstigt die Identifikation ideologischer Bildungsprozesse mit einzelnen sozialen Akteuren nicht direkt ein gewaltsames Vorgehen gegen letztere. Dennoch sollte auf die barbarische Möglichkeit hingewiesen werden, welche in einer solchen verkürzenden Darstellung schlummert.
Wie es sich für so richtige Liberale gehört wird im Fortlauf des Textes die staatliche Toleranz gelobt und die Demokratie gepriesen. Nachdem also in untertäniger Manier die Staatsloyalität kundgetan wurde, wird es theoretisch noch undifferenzierter. Der FDOG-Autor zitiert Bettina Röhl. Zunächst wird das Phänomen RAF etwas monokausal auf „Egomanie“ und „Mediengeilheit“ reduziert, dann der eigentliche Grund des Scheiterns angegeben:

Sie hatten außer Destruktion gar kein Ziel. Und das ist der wahre Grund ihres Scheiterns.

Da im ersten Abschnitt des Blogeintrages nicht zwischen Kritik am Kapitalisten und Kritik am Kapital differenziert wurde, diese vielmehr ignoriert, scheinen die Worte von Bettina Röhl auch in diesem pauschlisierenden Sinne vom FDOG-Autor zitiert zu werden. Linke, notwendig destruktive Kritik wird hier dann mit der Forderung verknüpft, dem Konstruktiven nicht abzuschwören, sich also ihrer Radikalität zu entledigen.