Fragmente der Kritik: Keynesianismus (3)

Im vorhergehenden Abschnitt habe ich kurz auf die Möglichkeit der Staatsverschuldung zum Zwecke der Stabilisierung und Reintegration von Kapitalien in den Markt und auf die inflationären Tendenzen hingewiesen.
Im Folgenden soll die Verschuldung des Staates genauer dargestellt werden.
Brachliegendes Geldkapital kann durch den Staat aktiviert werden, da der Staat Schuldscheine, mit der Garantie des Rücktausches in Geld, ausstellen kann. Der Staat kann also Geld leihen, lässt dieses Privatproduzenten zufließen und erteilt jenen Aufträge.
Die Wirtschaft erfährt eine Wiederbelebung. Nicht etwa, weil neue Produkte, nützliche Güter hergestellt werden. Die Güter, welche nämlich in Folge einer solchen Staatsintervention produziert werden, finden meist keinen Absatz. Daher stellt nicht das Endprodukt die Wiederbelebung dar, sondern die erhöhte Produktion von Zwischenprodukten. In die Produktion einer Ware fließen diverse Zwischenfabrikate, Arbeitsmittel und Hilfsmittel ein. Die Nachfrage nach diesen, zum Zwecke der Produktion von Konsumgütern, steigt, aber die Endprodukte fallen aus dem Markt heraus. Dieser Prozess findet seine Entsprechung in der Staatsverschuldung.
Was spielt sich hier genauer ab?
Nach kapitalistischen Maßstäben war schon die staatliche Intervention ein großer Fehler. Wenn der Irrtum praktisch wird, unter den Bedingungen der Kapitalakkumulation ginge es eigentlich um die Bedürfnisse der Menschen oder der Staat hätte sich um diese zu kümmern, wenn der Markt die Befriedigung der Bedürfnisse nicht erreichen sollte, müssen diese irrigen Versuche scheitern.
Milton Friedman
hat ganz recht, wenn er schreibt: „Die soziale Verantwortung der Wirtschaft ist es ihre Profite zu vergrößern.“.
Eine staatliche Intervention unterstellt der kapitalistischen Wirtschaft Zwecke und Ziele, welche zwar ideologisch herrschen können, aber nie praktisch bestehen. Die vom Staat gestützte Produktion orientiert sich, wie beschreiben, aber nicht an den Profiten, sondern tatsächlich an den Bedürfnissen bzw. an den vom Staat gesetzten Zielen und kann damit in einem, nach Kapitalwachstum strebenden System, nicht länger existieren. Da die kapitalistische Produktion aber ohne Geld nicht fortexistieren kann, benötigt die subventionierte Produktion weiterhin Subventionen. Die Kredite des Staates sind Spekulationen auf zukünftige Gewinne. Die Produktion steht nun also ganz unter dem Stern der Kapitalakkumulation, denn aus Geld muss jetzt tatsächlich mehr Geld gemacht werden, um die Kredite zurückzahlen zu können.
Das Ausgangsproblem ist allerdings nicht gelöst und damit auch nicht die beschränkte Kaufkraft, mit welcher sich das jeweilige subventionierte Unternehmen nun konfrontiert sieht.
Da das Unternehmen vorher auf die Subventionen zurückgreifen konnte und noch nicht dem Konkurrenzkampf völlig ausgesetzt war, sind die technischen Mittel mit Sicherheit veraltet oder nicht konkurrenzfähig, weshalb der Ruin droht.
Sollte das Unternehmen neben den staatlichen Finanzhilfen weitere beansprucht haben, können diese nicht zurückgezahlt werden können. Auch jedes durch Kreditentzug ruinierte Geschäft ist jedoch mit anderen Kapitalien verflochten, fundamentales Teil der kapitalistischen Gesamtwirtschaft. Daher folgt auf die vorerst punktuelle Zahlungsunfähigkeit eine, sich auf die Gesamtwirtschaft, oder eine Branche, ausdehnende. Es stellt sich dann durch diese Marktvorgängen heraus, dass verschiedene Kapitale mehr investiert haben, als sich rentieren konnte und der internationalen oder nationalen Wirtschaft droht eine Gesundschrumpfung. Der Staat erhält sein investiertes Geld nicht zurück und kann auch nichts an seine Gläubiger zahlen, was obigen Effekt verstärkt.

Fortsetzung folgt


2 Antworten auf “Fragmente der Kritik: Keynesianismus (3)”


  1. Gravatar Icon 1 winfried aus chemnitz 08. Februar 2007 um 12:58 Uhr

    Wir können es nur verstehen wenn wir die gesellsche Sicht der Dinge anwenden!

    hxxp://freigeldpraktiker.de/weltenaufgang/blog/article/geheimwissen-in-einem-bild-oekonomie/

    Es hat Funktioniert und es wird Funktionieren – allerdings sind die Gegenspieler zu jeder Schandtat bereit – Lüge ist für sie wie Zähneputzen!

    Wir schaffen es von Unten und ohne Organisationen oder wir werden Geschafft!

  2. Gravatar Icon 2 schorsch 08. Februar 2007 um 21:40 Uhr

    Ich habe dir doch schonmal meine Kritik an den Vorstellungen der Gesellianer verlinkt. Ließ‘ die doch mal und wenn du die Kritikpunkte verkehrt findest, dann schreib doch warum.

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