Fundamente zu Marx‘ Werttheorie

Im Folgenden gibt es eine Zusammenfassung vom ersten Abschnitt des Kapital von Marx in Stichpunkten. Auch hier gilt: Diese ersetzen die Lektüre nicht, sondern sind als praktische Hilfe gedacht. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Marx Darstellungen im ersten Abschnitt zwar fundamental für das weitere Verständnis seiner Werttheorie sind, aber keineswegs sämtliche Aspekte und Nuancen selbiger dem Leser präsentieren. Ein Grund übrigens, warum viele Kritiken an Marx‘ „Werttheorie“ unsäglich schlecht, falsch sind.
Da ich keine Lust und Zeit habe, die einzelnen Stichpunkte mit den entsprechenden HTML-Tags zu versehen, um eine adäquate Erscheinung zu garantieren, empfehle ich den Download auf Rapidshare .

Im Folgenden nun die Stichpunkte:

Die Werttheorie von Marx – Erster Abschnitt, Ware und Geld – Stichpunkte

Die Ware

1. Die zwei Faktoren der Ware: Gebrauchswert und Wert (Wertsubstanz, Wertgröße)

- Ware ist ist in jeder Hinsicht Gebrauchswert, Entdeckung der Gebrauchswerte ist „geschichtliche Tat“ (50) (z.B. Magnet)

- Nur auf der konkreten Ebene stellt eine Ware Gebrauchswert dar

- „Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei“ (50)

- Tauschwert ist das Verhältnis, worin sich Gebrauchswerte austauschen, welches mit Zeit und Ort wechselt und scheint „daher etwas Zufälliges (und) der Ware innerlicher, immanenter Tauschwert“ (50f)

- Tauschwerte drücken ein Gleiches aus, Tauschwerte (in Marx’ Darstellung sind dies Waren) sind die „Erscheinungsform eines von ihm unterscheidbaren Gehalts“ (51)

- x Ware A = y Ware B à muss auf ein Drittes reduzierbar sein, was keine „natürliche (materielle) Eigenschaft der Ware sein kann, denn „ihre körperliche Eigenschaft kommt überhaupt nur in Betracht, soweit selbe sie nutzbar machen, also zu Gebrauchswerten“(51) à Es kommt also auf die Abstraktion an

- GW nur versch. Qualität, TW nur versch. Quantität

- Das abstrakt Gleiche, „das Dritte“, ist abstrakt menschliche Arbeit, es bleibt nichts übrig als eine „gespenstige Gegenständlichkeit“ (52)

- Waren sind „Kristalle“ der „ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz“ (der angehäuften u. vergegenständlichten, gleichen menschl. Arbeit), sind Werte – Warenwerte.“ (52)

- „Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert“ (53)

- Tauschwert ist also die Erscheinungsform des Werts

- Größe des Werts ist das Quantum der „wertbildenden Substanz“ (53), der Arbeit

- Individuelle Arbeit wird durch den Austausch auf Durchschnittsarbeitskraft (erheischt um irgendeinen GW zu produzieren), auf gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit reduziert, die sich aus dem „Durchschnitssgrad von Geschick und Intensität“ (53) und aus den „vorhandenen gesellschaftliche-normalen Produktionsbedingungen“ darstellt (53) (vgl. Bsp. S. 53)

- Wertgröße wechselt mit der Produktivkraft der Arbeit (Produktivität ist auch bestimmt durch Technologie, Wissenschaft, Naturverhältnis)

- Also: Wertsubstanz: Durchschnittssarbeit, Größenmaß des Werts: Quantum der Durchschnittssarbeit

- „Ein Ding kann GW sein, ohne Wert zu sein“(55)(z.B. Luft, jungfräulicher Boden, wildwachsendes Holz usw.)

- „Ein Ding kann nützlich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Ware zu sein“(Produktion für eigenen Bedarf) à “Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als GW dient, durch den Austausch übertragen werden“(55)

- Kein Ding kann Wert sein, ohne GW zu sein, ist das Ding nutzlos, ist die zu seiner Produktion erheischte Arbeit nutzlos

2. Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit

- Doppelcharakter der Arbeit à „Springpunkt um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht“(56)

- GW ist Produkt nützlicher Arbeit (bestimmt durch „Zweck, Operationsweise, Gegenstand, Mittel und Resultat“(56)) à nützliche Arbeit wird „betrachtet mit Bezug auf ihren Nutzeffekt“(56)

- Qualitative Verschiedenheit der Produkte u. „die ihr Dasein vermittelnden Arbeiten“ (56)

- Dies ist Vorraussetzung für den Warentausch, denn qualitativ gleiche Produkte, also Resultate qualitativ gleicher Arbeit „können sich nicht als Waren gegenübertreten“ (56)

- Ohne gesellschaftliche Teilung der Arbeit keine Warenproduktion, ein Produkt wird jedoch nur bei „voneinander unabhängiger (sich später austauschenden) Privatarbeiten“(57) zur Ware (Ein Produkt, welches arbeitsteilig erarbeitet und von den Produzenten konsumiert wird, ist keine Ware)

- Zweckmäßige Arbeit ist eine „unabhängige Existenzbedingung des Menschen“(57), der in der Produktion durch seine Arbeit „nur die Formen der Stoffe ändern“(57) kann und dabei von Naturkräften unterstützt wird (vgl. 58, oben)

- „Sieht man ab von der Bestimmtheit der produktiven Tätigkeit und daher vom nützlichen Charakter der Arbeit, so bleibt, daß sie Verausgabung menschlicher („Hirn, Muskel, Nerv, Hand usw.“,58) Arbeitskraft ist.“(58)

- Arbeit ist stets „einfache Durchschnittsarbeit“(59), Wert von komplizierter Arbeit setzt diese mit einfacher Arbeit gleich, diese Reduktion wird „durch einen gesellschaftlichen Prozeß hinter dem Rücken der Produzenten“(59) festgesetzt (kleines Quantum komplizierter Arbeit gleich größerem Quantum einfacher Arbeit)

- Einfache Arbeit als Maßeinheit, die hinter dem Rücken mißt u. Proportionen feststellt (vgl. S. 59, Mitte)

- Bildungselement von Rock ist Schneiderei, konkrete Arbeit; seine (Rock) Wertsubstanz gleiche menschl. Arbeit, abstrakt menschl. Arbeit

- Wertgröße (einer Ware) ändert mit der (zu ihrer Produkton) gesellschaftlich notwendigen durchschnittlichen Arbeit, „Waren müssen in gewisser Proportion stets gleich große Werte sein“(60)

- Obgleich der Rock, sein Gebrauchswert bestehen bleibt, kann seine Wertgröße erheblich schwanken (durch mehr oder weniger notwendige Arbeit, z.B. Produktivitätssteigerung)

- „Ein größeres Quantum Gebrauchswert bildet an und für sich größeren stofflichen Reichtum“(60), „(d)ennoch kann der steigenden Masse des stofflichen Reichtums ein gleichzeitiger Fall seiner Wertgröße entsprechen“(60)

- Produktivkraft beschreibt den Wirkungsgrad zweckmäßiger Arbei, hat also direkt nichts mit abstrakter Arbeit zu tun (à Mehr Produkte in gleicher Zeit, hier spielt die Produktivitätssteigerung eine Rolle für den Wert: eine Ware repräsentiert weniger Wert)

- Verausgabung von Arbeit im physiologischen Sinn, in dieser Eigenschaft abstrakt menschl. Arbeit bildet sie den Warenwert; Arbeit in zweckbestimmter Form, in dieser Eigenschaft konkreter, nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte (vgl. 61)

3. Die Wertform oder der Tauschwert

- Waren kommen als Naturalformen zur Welt, sind aber nur Waren in Natural- und Wertform(vgl. 62); Im Gegenteil zur Gegenstädnlichkeit der Warenkörper, geht kein Atom Naturstoff in ihre Wertgegenständlichkeit ein à Ware bleibt als Wertding unfaßbar

- Ware „besitzt“ nur (gespenstige) Wertgegenständlichkeit, sofern Ausdruck der selben gesellschaftlichen Einheit, der menschl. Arbeit à Wertgegenständlichkeit der Ware ist also rein gesellschaftlich (vgl. 62); dieses Verhältnis kann nur (im gesellschaftlichen Verhältnis) aufgezeigt werden von Ware im bezug zu Ware, kurz:

x Ware A = y Ware B

- Im Austauschverhältnis erscheint der Wert, dem wir auf die Spur kommen wollen à in letzter Konsequenz die Genesis der Geldform, die von der bürgerlichen Ökonomie nie nachgewiesen wurde

A. Einfache, einzelne oder zufällige Wertform

1. Die beiden Pole des Wertausdrucks: Relative Wertform und Äquivalentenform

- Die scheinbar einfachste Form“ bietet die eigentlichen Schwierigkeiten“(63)

- Ware A ist relativer Wert, Ware B Äquivalentenform, Ware A drückt ihren Wert in Ware B aus, die dem Wertausdruck das Material liefert

- Die beiden Pole sind „unzertrennliche Momente, aber zugleich einander ausschließende oder entgegengesetzt Extreme“(63)

2. Die relative Wertform

a) Gehalt der relativen Wertform

- Marx beginnt mit dem Gehalt der relativen Wertform, denn „man übersieht, dass die Größen verschiedener Dinge erst quantitativ vergleichbar werden, nach ihrer Reduktion auf dieselbe Einheit“(64)

- Innerhalb der Gleichsetzung vollzieht sich die Reduktion u. Abstraktion auf gleiche menschl. Arbeit, A ist B wert, Reduktion ist nur bei differenten Waren möglich, Charakter von Ware A tritt nur in Erscheinung im Bezug zu einer anderen Ware B

- Menschl. Arbeitskraft bildet, ist aber nicht Wert à wird Wert im gegenständlichen Zustand, im Bezug auf die gesellschaftl. Benötige Gesamtarbeit, Gleichsetzung der Arbeiten reduziert die Arbeiten auf das Gleiche, den Charakter der menschl. Arbeit

- Um die reduzierte menschl. Arbeit, den Wert der Leinwand auszudrücken, muß dieser als eine Gegenständlichkeit ausgedrückt werden, welche der Leinwand stofflich verscheiden, dennoch („wertmäßig“)gleich ist à Naturalform der Ware B stellt also den Wert der Ware A dar (der nur in diesem Verhältnis durchscheint) (vgl. 66/67)

b) Quantitative Bestimmtheit der relativen Wertform

- Nicht Wert überhaupt, sondern gleiche Quantitäten des Werts werden gleichgesetzt (à Warengleichung impliziert gleiche menschl. Arbeit)

- Quantitäten der relativen Wertform können wechseln (Fall I: Ware A: Wert nimmt zu/ab à mehr/weniger B; II: Wert von B nimmt zu/ab à mehr/weniger Wert repräsentiert sich von A in B; III: Wechsel der Arbeitsquanta für A u. B à Wertwechsel mach sich im Vergleich mit dritter Ware bemerkbar, Wertfall/anstieg aller Waren: mehr/weniger Warenmenge; siehe 69, unten)

3. Die Äquivalentenform

- Diese Form ist Form ihrer unmittelbarer Austauschbarkeit mit einer anderen Ware; diese Ware befindet sich in Form unmittelbarer Austauschbarkeit

- Sobald eine Ware „im Wertausdruck die Stelle des Äquivalents einnimmt, erhält ihre Wertgröße keinen Asudruck als Wertgröße. Sie figuriert in der Wertgleichung vielmehr nur als bestimmtes Quantum einer Sache“(70), in ihr wird stets eine Wertgröße einer anderen Ware ausgedrückt, sie drückt sich selber nicht aus. „Die Äquivalentenform einer Ware enthält (also) keine quantitative Wertbestimmung“(70)

- GW wird zur Erscheinungsform des TW, keine Ware kann ihre eigene Naturalhaut zum Ausdruck ihres eigenen Werts machen (vgl. Maßbeispiel S. 71)

- Wert ist jedoch etwas „rein Gesellschaftliches“(70), relative Wertform deutet „wertsein“ als etwas von ihrem Körper unterschiedliches auf, und so auf ein gesellschaftliches Verhältnis hin, die Äquivalentenform fungiert als Produkt einer konkreten Arbeit als Verkörperung abstrakter Arbeit und scheint von Natur aus unmittelbar Austauschbar zu sein (den bürgerlichen Ökonomen schlägt diese Form erst in der des Geldes u. ist für ihn nicht zu erklären; ihm ist nicht einsichtig, dass das Geheimnis dieser Form in x Ware A = y Ware B bereits verborgen ist)

- Konkrete Arbeit wird also zu Erscheinungsform von abstrakter Arbeit

- Privatarbeit wird (in der Gleichsetzung mit anderer Arbeit) somit zu Arbeit unmittelbar gesellschaftlicher Form (hier vollziehen sich die Reduktionen?)

4. Das Ganze der einfachen Wertform

- Tauschwert besitzt eine Ware nie isoliert betrachtet, Wertform entspringt aus der „Natur des Warenwertes“(75), nicht umgekehrt

- Der „innere Gegensatz von Gebrauchswert und Wert wird (…) dargestellt durch einen äußeren Gegensatz, d.h. durch das Verhältnis zweier Waren“(75), einer, deren Wert und einer worin Wert ausgedrückt werden soll

- Einfache Wertform ist zugleich einfache Warenform des Arbeitsproduktes

- Mängel: Äquivalentenform A gilt nur für Äquivalentenform B à Entwicklung vieler einfacher Wertformen, die in eine Kette bilden:

B. Totale oder entfaltete Wertform

z Ware A = u Ware B oder = v Ware C oder = w Ware D oder = x Ware E oder = etc.

1. Die entfaltete relative Wertform/2. Die besondre Äquivalentenform

- Ware A (Leinwand) steht der Warenwelt und nicht bloß einer Ware gegenüber

- „Das zufällige Verhältnis zweier individueller Warenbesitzer fällt fort. Es wird offenbar, dass nicht der Austausch die Wertgröße der Ware, sondern umgekehrt, die Wertgröße der Ware ihre Austauschverhältnisse reguliert“(78)

3. Mängel der totalen oder entfalteten Wertform

- „Unfertig“, weil die Darstellungsreihe nie abschließt; relative Wertform einer Ware ist eine Reihe versch. Wertausdrücken anderer Ware, somit ist aber jedes Warenäquivalent nur besondere, aber nicht erschöpfende Erscheinungsform der menschl. Arbeit à vollständig zwar im Gesamtkreis, aber so besteht keine einheitliche Erscheinungsform

- Darstellung einer Ware in allen konstituiert die Rückbeziehung: Alle Waren stellen sich in einer Ware dar:

C. Allgemeine Wertform

y Ware B
c Ware F
j Ware G x Ware A
i Ware C
z Ware L

1. Veränderter Charakter der Wertform

- Einfache u. einheitliche Darstellung der Werte à gesellschaftliche Darstellung

- Möglichkeit des quantitativen Vergleichs und unmittelbarer Austauschbarkeit, da sich jede Ware am allg. Äquivalent mißt, („Weberei zur allgemeinen Erscheinungsform menschlicher Arbeit überhaupt“(81)wird)

- Äquivalent ist die „Reduktion aller wirklichen Arbeiten auf den ihnen gemeinsamen Charakter menschlicher Arbeitskraft“(81)

- Der allgemein menschliche Charakter der Arbeit bildet den spezifischen Charakter innerhalb der Warenwelt (vgl. 81)

2. Entwicklungsverhältnis von relativer Wertform und Äquivalentenform

- Entwicklung der relativen Wertformen determiniert diese der jeweiligen Äquivalentenformen (vgl. 81)

- Leinwand befindet sich in Äquivalentenform, weil sich alle anderen Waren nicht in dieser befinden

- Gang der Darstellung fixierte den Gegensatz von relativer Wert- und Äquivalentenform

- Letzte Form fixiert diesen Gegensatz (Ware „benötigt“ andere zur Darstellung) vollständig à Notwendigkeit der Erlangung des allg. Äquivalents (siehe Note 24 auf S. 82 à Anmerkungen gegen Proudhons „Philisterutopie“)

- Form II ist relative Wertform von Form III

3. Übergang aus der allgemeinen Wertform zur Geldform

- Der Ausschluss einer Ware objektiviert die einheitlich relative Wertform, die ausgeschlossene Ware spielt die Rolle des allgemeinen Äquivalents:

D. Geldform

x Ware A
y Ware B
z Ware C 2 Unzen Gold
a Ware X
usw.

- Äquivalent ist durch gesellschaftliche Gewohnheit mit Gold verwachsen

- Geldname der Ware ist ihre „Preisform“ (20 Ellen Leinwand = 2 Unzen Gold)

- Es zeigt sich, dass die einfache Warenform Keim der Geldform ist

4. Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis

- Als GW ist an einem Produkt nichts wunderliches

- Der mystische Charakter des Arbeitsproduktes sobald es Ware wird entspringt auch nicht aus dem „Inhalt der Wertbestimmung“(85), denn die Zeitdauer von Arbeit musste „den Menschen in allen Zuständen interessieren“(85f) [Anmerkung: Bei der Ware ist jedoch auch das Verhältnis der Arbeiten ausschlaggebend, muss sich als GW durchsetzen und wird auf gesellschaftlich benötigte Arbeit reduziert!]

- Der rätselhafte Charakter der Ware entspringt also aus seiner eigenen Form (gesellschaftliches Verhältnis der Arbeitsprodukte, der Arbeit, Privateigentum); dies ergab ihre Analyse, für den Alltagsverstand ist das nicht offenbar

- Ein Arbeitsprodukt bzw. der gesellschaftlicher Charakter der zur Produktion nötigen Arbeit scheint gesellschaftliche Natureigenschaft dieses Dinges zu sein. Folglich entsteht das „Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen“(86), dem es sich zu beugen gelte.

- Dieser Fetischismus „entspringt (…) aus dem eigentümlichen gesellschaftlichen Charakter der Arbeit, welche Waren produziert“(87), klebt den Arbeitsprodukten an, sobald sie als Waren produziert werden und der daher von der Warenproduktion unzertrennlich ist“(87) und ist somit nich bloß „falsches Bewusstsein“ der Warenproduzenten.

- Vermittlung über Sachen scheint natürlich zu sein, ist aber nur Erscheinung einer speziell gearteten Gesellschaft à Produzenten treten in den Kontrakt über den Austausch (dort stellt sich heraus, ob „zuviel“ Arbeit angewendet wurden, „effizient“ gearbeitet usw.)

- Erst im Austausch erhalten die Arbeitsprodukte „eine von ihrer sinnlich verschiedenen Gebrauchsgegenständlichkeit getrennte, gesellschaftlich gleiche Wertgegenständlichkeit“(87). Diese Spaltung vollzieht sich erst, sobald der Austausch Wichtigkeit gewonnen hat und folglich für diesen produziert wird. Dann kommt der Wertcharakter der Sache bereits bei ihrer Produktion in Betracht und die Privatarbeiten erhalten tatsächlich einen „doppelten gesellschaftlichen Charakter“(87): Die Privatarbeit muss gesellschaftliche Bedürfnisse, und die Bedürfnisse des Produzenten befriedigen (sofern seine Arbeit mit jeder anderen Arbeit austauschbar ist, ihr gleichgilt).

- Die Produzenten sehen den doppelte gesellschaftliche Charakter ihrer Arbeiten in der Form, in der dieser im Produktentausch erscheint: Das eigene Produkt muss für andere nützlich sein und hat mit anderen unterscheidlichen Produkten einen Wertcharakter gemein(vgl. 88) à Die Produzenten wissen also nicht um den gleichartigen Charakter ihrer Arbeiten, aber indem sie diese im „Austausch als Werte gleichsetzen, setzten sie ihre verschiedenen Arbeiten einander als menschliche Arbeit gleich“(88)

- Die Entdeckung, dass „Werte blöß sachliche Ausdrücke der in ihrer Produktion verausgabten menschlichen Arbeit sind, macht Epoche“, aber „verscheucht keineswegs den gegenständlichen Schein der gesellschaftlichen Charaktere der Arbeit“(88) à Die Tatsache nämlich, dass der „spezifisch gesellschaftliche Charakter der unabhängigen Privatarbeiten in ihrer Gleichheit als menschliche Arbeit besteht und die Form des Wertcharakters der Arbeitsprodukte annimmt“(88), wird nicht verstanden und scheint den Produzenten eine natürliche und endgültige Tatsache zu sein

- Sobald die Proportionen des Austausches gefestigt sind, scheinen sie aus der Natürlichkeit der Produkte zu entsprigen (vgl.89)

- Da die Wertgrößen der Arbeitsprodukte wechseln jedoch unabhägig von den Austauschenden und somit scheinen diese unter der „Kontrolle von Sachen zu stehen, statt sie zu kontrollieren“(89)

- Privatarbeiten werden auf ihr proportionelles Maß reduziert, weil sich in den stets schwankenden Austauschverhältnissen ihrer Produkte die „zu deren Produktion notwendige Arbeitszeit als regelndes Naturgesetzt gewaltsam durchsetzt“(89)

- Die Entdeckungen heben zwar den Schein der bloß zufälligen Bestimmung der Wertgrößen der Arbeitsprodukte auf, nicht aber ihre sachliche Form

- Zur Analyse: Sämtliche Resultate des Entwicklungsprozesses besitzen bereits die Festigkeit von Naturformen des gesellschaftlichen Lebens, bevor die Menschen den Gehalt der Formen erforschen wollen. à Das Resultat, Geld, verschleiert jedoch sämtl. Formen, anstatt sie zu offenbaren. à Die verrückten Formen bilden die Kategorien der bürgerlichen Ökonomie, dies sind gesellschaftlich gültige, also objektive Gedankenformen für eine historisch bestimmte Produktionsweise(vgl.90)

- Die bürgerliche Ökonomie fragt nicht, warum dieser Inhalt jene Form annimmt (vgl.95), da die bürgerliche Gesellschaft als endgültige Gesellschaft gilt, so wird jedoch das spezifische der Wertform übersehen und der einer Ware durch den Wert einer anderen Ware (z.B.: Geldwert entspricht dem Wert der Waren, die für diesen Wert eingekauft werden können) erklärt

Der Austauschprozeß

- Warenverkäufer „geben den Waren ihren Willen“

- Die Regeln der Ware gelten für den Mensch à Anerkennung als Privateigentümer

- Das Verhältnis zwischen den Privatpersonen ist ein Rechtsverhältnis und Willensverhältnis, „worin sich das ökonomische Verhältnis selbst widerspeigelt“(99) und dessen Inhalt „durch das ökonomische Verhältnis selbst gegeben“ (99) und ohne dieses nicht denkbar ist

- Personen sind „Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse“(100)

- Personen sind für den Warentausch nötig, da diese den der Ware mangelnden „Sinn für das Konkrete“(100) besitzen und Waren stets „auf dem Sprung“(100) mit jeder anderen Ware nicht nur die Seele, sondern den Leib zu wechseln

- „Waren müssen sich (…) als Werte realisieren, bevor sie sich als Gebrauchswerte realisieren können. Andererseits müssen sie sich als Gebrauchswerte bewähren, bevor sie sich als Werte realisieren können“(100), denn sie müssen für andere nützlich sein à ob sie dies war, kann nur der Austausch beweisen

- Die Ware hat auch den Gebrauchswert austauschbar zu sein. Somit ist die Ware Nicht-Gebrauchswert und zugleich Gebrauchswert für ihren Besitzer

- Austausch ist für den Besitzer ein individueller Prozeß („Jeder Warenbesitzer will seine Ware nur veräußern gegen andre Ware, deren Gebrauchswert sein Bedürfnis befriedigt“(101) und für ihn zugleich allgemein gesellschaftlicher Prozeß (Er will seine Ware als Wert realisieren, ob seine Ware für andere nun Gebrauchswert ist oder nicht) à Widerspruch

- Dem Warenbesitzer gilt jede fremde Ware als besonderes Äquivalent zu seiner Ware, seine Ware also als allgemeines Äquivalent. „Da aber alle Warenbesitzer dassselbe tun, ist keine Ware allgemeines Äquivalent“(101) und so existiert auch keine allgemeine relative Wertform à Waren stehen sich gar nicht als solche gegenüber, sondern als Gebrauchswerte, nur als Produkte à „In ihrer Verlegenheit denken unsre Warenbesitzer wie Faust. Im Anfang war die Tat“(101), die gesellschaftlcieh Tat, die eine bestimmte Ware zum allgemeinen Äquivalent macht

- Somit ist der „Geldkristall (…) ein notwendiges Produkt des Austauschprozesses

- Vertiefung des Austausch à Entwicklung des Gegensatzes von Wert und Gebrauchswert à Notwendigkeit der Darstellung à Verdopplung der Ware in Ware und Geld

- Austausch impliziert ein „Verhältnis wechselhafter Fremdheit“ (102)

- Historische Darstellung folgt der Logischen: Austauschverhältnis der Waren ist zunächst ganz zufällig und wird getrieben, vom „Willensakt ihrer Besitzer, sie wechselseitig zu veräußern“(103)

- Im Laufe der Zeit werden Waren für den Austausch produziert, GW scheidet sich vom TW à „Das quantitative Verhältnis, worin sie sich austauschen, wird von ihrer Produktion selbst abhängig. Die Gewohnheit fixiert sie als Wertgrößen“(103), sonst würde beständig die Möglichkeit bestehen, durch Tausch Gewinn zu machen, der auf anderer Seite Verlust bedeutet

- Im unmittelbaren Produktentausch (x GW A = y GW B) enthält die Ware noch keine unabhängige Wertform à „Notwendigkeit dieser Form entwickelt sich mit der wachsenden Anzahl (…) der in den Austauschprozeß eintretenden Waren“(103), diese „Aufgabe entspringt gleichzeitig mit dem Mitteln ihrer Lösung“ à Steter Vergleich mit dritter Ware, diese „Äquivalentfrom entsteht und vergeht mit dem augenblicklichen Kontrakt, der sie ins Leben rief“(103) und kommt den Waren zufällig zu à historische Festigung (Produkten „aus der Fremde“ oder am „Hauptelement des einheimischen Reichtums“(103)

- Lokalen Banden werden gesprengt und die edlen Metalle übernehmen die Aufgabe des allgemeinen Äquivalents

- „Adäquate Erscheinungsfrom von Wert oder Materiatur abstrakter und daher gleicher menschlicher Arbeit kann nur eine Materie sein, deren sämtliche Exemplare dieselbe gleichförmige Qualität besitzen“(104) und quantitativer Unterschiede fähig sein. (GW der Geldware verdoppelt sich à Rohmaterial von Luxusartikeln und Geldfunktion)

- „Der Austauschprozeß gibt der Ware, die er in Geld verwandelt, nicht ihren Wert, sondern ihre spezifische Wertform“(105) à Die Verwechslung beider Bestimmungen verleitet, den Wert von Gold für imaginär zu halten

- Geld kann in bestimmten Funktionen durch bloßes Zeichen ersetzt werden, und die Geldform des Dings ist ihm „selbst äußerlich und bloße Erscheinungsform, dahinter versteckter menschlicher Verhältnisse“(105)

- „Soblad Geld in die Zirkulation eintritt, ist sein Wert bereits gegeben“(107)

- Anmerkung zum Fetischcharakter: „Das Rätsel des Geldfetischs ist (…) nur das sichtbar gewordne, die Auegn blendende Rätsel des Warenfetischs.“(108) à „Die vermittelnde Bewegung (Wert) verschwindet in ihrem eigenen Resultat (Geld) und läßt keine Spur zurück“(107)(vgl.107)

Das Geld oder die Warenzirkulation

1.Maß der Werte

- Nur als „allgemeines Maß der Werte“(109) wird eine Ware spezifische Äquivalentenware, Geld (à diese Funktion als „gemeinschaftliches Wertmaß“(109) macht Warenwerte erst vergleichbar, Geld ist objektiv nötig für den entwickelten Warentausch, ist „notwendige Erscheinungsform“ des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit“(109)

- Waren werden also nicht durch Geld kommensurabel. Umgekehrt

- Geld hat keinen Preis (vgl. 110) (Anm. G.S.: Anderes Geld dagegen schon, z.B.: 20 Dollar sind soundsoviel Euro wert)

- Preise resp. die Geldform der Waren ist eine vorgestellte Form, „vorgestellt durch ihre Gleichheit mit Gold, eine Beziehung zum Gold“(110)

- Der geschätze Warenwert muss also keinem echten Wert entsprechen, denn „Jeder Warenhüter weiß, daß (…) er kein Quentchen wirkliches Gold braucht, um Millionen Warenwerte in Gold zu schätzen“(111), aber der Preis hängt vom reellen Geldmateriel ab (z.B.: Ein Lutscher kostet 1€, so auch 100Cent)

- Gold entwickelt sich zum allgemeinen Maßstab, so dient es als Wert und als Preismaß

- „Als Wertmaß dient es dazu, die Werte der bunt verschiednen Waren in Preise zu verwandeln, in vorgestellte Goldquanta; als Maßstab der Preise mißt es diese Goldquanta“(…)“an einem Goldquantum“ und erfüllt diese „Funktion um so besser, je unveränderlicher ein und dasselbe Quantum Gold als Maßeinheit dient“ (113)

- Maß der Werte könne Gold nur sein, so Marx, da selbst Arbeitsprodukt u. der Möglichkeit nach veränderlich

- Wertwechsel des Goldes: Keine Änderung für Funktion des Maßstabs der Preise (12 Unzen Gold immer 12mal mehr Wert als eine Unze Gold); Keine Änderung für Funktion des Maßstabs der Werte (Der Wertwechsel „trifft alle Waren gleichzeitig“(113) und lässt ihre relativen Werte in höheren oder niedrigeren Goldpreisen als zuvor ausdrücken(vgl. 114)

- „Warenpreise können nur allgemein steigen, bei gleichbleibendenm Geldwert, wenn die Warenwerte steigen“(114)

- Trennung der Geldnamen der Metallgewichte von ihren Gewichtnamen (hist. Gründe)

- „Die Waren sagen sich so in ihren Geldnamen, was sie wert sind, und das Geld dient als Rechengeld, sooft es gilt, eine Sache als Wert und daher in Geldform zu fixieren“(115) und es ist notwendig, dass der Wert sich so fortentwickelt (was Grund für diverse Wirren ist, vgl.115,116)

- „Wenn aber der Preis als Exponent der Wertgröße der Ware Exponent ihres Austauschverhältnisses mit Geld, so folgt nicht umgekehrt, daß der Exponent ihre Austauschverhältnisses mit Geld notwendig der Exponent ihrer Wertgröße ist“(116) (Verhältnisse, die den Verkäufer zwingen die Ware billiger oder ihm erlauben, diese teurer zu verkaufen)

- Zur Produktion von Produkten ist gleichviel gesellschaftliche Arbeitszeit nötig à Die Wertgröße der Ware drückt ein notwendiges, ihrem Bildungsprozess immanentes Verhältnis zur gesellschaftlichen Arebitszeit aus à Verwandlung Wertgröße in Preis: Dieses Verhältnis erscheint als Austauschverhältnis einer Ware mit der außer ihr existierenden Geldware à In diesem Verhältnis aber kann sich die Wertgröße der Ware, als das Mehr oder Weniger, worin sie unter gegebenen Umständen veräußerlich ist

- Die Preisform ist also adäquate Form für eine Produktionsweise, „worin sich die Regel nur als bildwirkendes Durchschnittsgesetz der Regellosigkeit durchsetzen kann“(117), denn die Möglichkeit von Inkongruenz von Wert und Preis sind in dieser Form angelegt

- Die Preisform kann ebenfalls einen qualitativen Widerspruch beherbergen (Waren, die kein Wert darstellen, können einen Preis haben, z.B. Ehre, Gewissen usw., also „durch den Preis Warenform erhalten“(117))

- Für die Preisgebung, muss der Ware mit vorgestelltem Gold gleichgesetzt werden, muss aber durch Gold reell ersetzt werden, damit „sie ihrem Besitzer den Dienst eines allgemeinen Äquivalents leiste“(118)

- Die Preisform schleißt die notwendige Veräußerlichkeit der Waren gegen Geld ein. Gold funktioniert nur als ideelles Wertmaß, weil es sich im Austauschprozeß als Geldware umtreibt. “Im ideellen Maß der Werte lauert daher das harte Geld“(118)

2.Zirkulationsmittel

a) Die Metamorphose der Waren

- Ware ist die Form, worin sich Widersprüche bewegen können

- Hier soll es um den Formwechsel der Waren gehen, der den gesellschaftlichen Stoffwechsel vermittelt

- Schaut man sich den Prozess nur von der stofflichen Seite an, übersieht man der Formwechsel und den Bezug der Waren zu Gold als ihre Geldgestalt

- Der Gegensatz von TW und GW stellt sich in der Wechselbeziehung zweier Waren dar à Wertsein der Ware A erscheint ideell im Preis, der bezieht die Ware auf Gold als reelle Wertgestalt. Gold ist reell TW, ihr GW erscheint ideell in der Reihe der Wertausrücke(vgl. 119)

- W – G – W (gleicher Wert, versch. Nützlichkeit[Grund für Verkauf/Kauf]) à stofflicher Inhalt: W – W à Im Resultat erlischt der Prozeß(vgl. 120)

- W – G (Arbeitsteilung macht Bedürfnisse des Produzenten vielseitig und seine Arbeit einseitig, sein Produkt dient ihm als TW, allg. gesellschaftl. Gültige Äquivalentenform erhält es nur im Geld, welches sich „in fremder Tasche“(121) befindet à Seine Ware muss GW für den Geldbesitzer sein)

- Möglichkeit des Scheiterns des „Salto mortale der Ware“(120) à Produktionsfortschritte, Konkurrenz, keine Nachfrage usw. (vgl. 121)

- Nebenbuhler des Produzenten (unterstellt, jede Ware „enthalte“ gesellschaftlich nötige Arbeitszeit) à der Marktmage absorbiert die Waren nicht zum gegebenem Preis à Wirkung, als wäre für ein Produkt je zuviel gesellschaftl. notwendige Arbeitszeit verwandt worden à „Mitgefanfen, mitgehangen“ (122)

- So ergänzt sich die „Unabhängigkeit der Personen voneinander (…) in einem System allseitiger sachlicher Abhängigkeit“(122)

- Formwechsel (obgleich Wertgröße eingebüßt oder zugesetzt werden mag) findet stets statt

- Veräußerung der Ware geschieht in dem Augenblick, wo ihr „Gebrauchswert das in ihrem Preis nur vorgestellte Gold wirklich anzieht.“(123)

- „Die Realisierung des Preises, der nur ideellen Wertform der Ware ist daher zugleich umgekehrt Realisierung des nur ideellen Gebrauchswerts des Geldes“(123) (W – G ist zugleich G – W)

- Ideelles Geld wurde Gold, weil alle Waren ihre Werte in diesem darstellten, es zum Gegenteil ihrer Gebrauchsgestalt machten. Reelles Geld wird Gold nun, weil es die Waren (durch praktizierten Austausch) zur wirklichen Wertgestalt machten (vgl. 123)

- Erste Metamorphose der Ware ist endet in G – W (Warenverkauf zum Zweck des Gelderhalts zum Zweck des Warenkaufs)

- So ist Geld Produkt allg. Veräußerung und absolut veräußerliche Ware, der seine Genesis nicht anzusehen ist, es stellt einerseits verkaufte Waren und andererseits kaufbare Waren dar, die Schranke der Verwandlung des Geldes liegt in seiner eigenen Quantität (vgl. 124)

- G – W ist gleichzeitig W – G usw. à unendliche Kette (siehe Anmerkungen zum Produzent, 125)

- Verkäufer/Käufer sind beständig wechselnde Charaktere (vgl. 125) à „Demnach gibt es vier Endpunkte und drei Vertragspartner, von denen einer zweimal eingreift“ (125, Anm.71)

- Ware ist gegensätzlich bestimmt, da GW für Nicht-Besitzer und Nicht-GW für Besitzer

- unendliche Kette, also die Verschlingung der Waren à Warenzirkulation à bricht lokale Schranken und erzeugt einen Kreis „unkontrollierbarer, gesellschaftlicher Naturzusammenhänge“(126)

- Der Zirkulationprozeß als Stoffwechsel der menschl. Arbeiten, erlischt nicht (im Gegensatz zum unmittelbaren Produktentausch) und das Geld verschwindet nicht, denn es „schlägt immer nieder auf eine durch die Waren geräumte Zirkulationsstelle“(127)

- „Nichts kann alberner sein, als das Dogma, die Warenzirkulation bedinge ein notwendiges Gleichgewicht der Verkäufe und Käufe, weil jeder Verkauf Kauf und umgekehrt“(127):

o Zahl der vollzogenen Verkäufe gleich Zahl der Käufe à „platte Tautologie“
o Eine Person verkauft um zu kaufen, vereint polarisch entgegengesetzte Charaktere
o Wenn der Verkaufs mißlingt, wird die Ware nutzlos
o Gelingt der Prozeß, kommt Geld aus der „alchimistischen Retorte der Zirkulation“(127) à“Ruhepunkt, (…)der länger oder kürzer währen kann“(127)
o Niemand kann kaufen, ohne dass jemand verkauft, jedoch muss niemand unmittelbar kaufen, weil er verkauft hat
o Zirkulation sprengt alle örtlichen und zeitlichen Schranken, dadurch, dass sie die „unmittelbare Identität zwischen dem Austausch des eigenen und dem Eintausch des fremden Arbeitsproduktes in den Gegensatz von Verkauf und Kauf spaltet“(127), die innere Einheit bewegt sich in äußeren Gegensätzen
o „Geht die äußerliche Verselbstständigung (Häufung von Geld) der innerlich Unselbstständigen, da einander ergänzenden (W-G-W), bis zu einem gewissen Punkt fort, so macht sich die Einheit gewaltsam geltend durch eine – Krise.“(127f) à Diese benötigt jedoch Konstellationen, die vom gegebenen Standpunkt noch nicht entwickelt werden können
o Der immanente Widerspruch der Waren erhält in den Gegensätzen der Warenmetamorphose seine entwickelten Bewegungsformen

- „Als vermittler der Warenzirkulation erhält das Geld die Funktion des Zirkulationsmittels“(128):

b) Der Umlauf des Geldes

- Resultat von W – G – W entfernt das Geld von seinem Ausgangspunkt (im Gegensatz zur Ware), was seinen Umlauf konstituiert (à einseitige Form der Geldbewegung entspringt aus der doppelseitigen Formbewegung der Ware)

- Erste Zirkulationshälfte: Ware wechselt mit Geld, GW fällt aus der Zirkulation

- Zweite Zirkulationshälfte: Ware durchläuft diese Hälfte nicht in ihrer Naturalhaut, sondern in ihrer Goldhaut à „Die Kontinuität der Bewegung fällt damit ganz auf die Seite des Geldes…“(129)

- „Obgleich daher die Geldbewegung nur Ausdruck der Warenzirkulation, erscheint umgekehrt die Warenzirkulation nur als Resultat der Geldbewegung“(130), Geld ist der verselbstständigte Wert der Waren

- „Die beiden entgegengesetzten Formwechsel derselben Ware speigeln sich also wider im zweimaligen Stellenwechsel des Geldes in entgegengesetzter Richtung“(130), (siehe oben u. Bsp. 130) und so spiegelt sich in häufigem Stellenwechsel mit Geld die „Verschlingung der zahllosen Metamorphosen der Waren“(130)

- Wieviel Geld absorbiert die Zirkulationsspähre?

- Die „für den Zirkulationsprozeß der Warenwelt erheischte Masse von Zirkulationsmitteln (ist) bereits durch die Preissumme der Waren bestimmt“(131)

- Zwei Fälle von Preiswechsel der Waren, Wertwechsel des Geldes und Wechsel der Masse der Zirkulationsmittel à „In beiden Fällen hätte sich der Wert des Geldmaterials verändert, d.h. der Ware, die als Maß der Werte funktioniert, daher der Preisausdruck der Warenwerte, daher die Masse des zirkulierenden Geldes, das zur Realisierung dieser Preise dient.“(131) à Die Zirkulationsspähre hat ein Loch, wodurch das Geldmaterial in sie eintritt als Ware von gegebnem Wert“(131)

- Gegebener Goldwert, dann ist die „Masse der Zirkulationsmittel durch die zu realisierende Preissumme der Waren bestimmt“(132)

- Zeitl. Hintereinander: 1€ für 10 Waren je 1€ à 1€ in der „Hand des Destillateurs“(133)

- Räuml. Nebeneinander: 10 € für 10 Waren je 1€ à 10€

- Formel: Preissumme der Waren/ Umlaufzahl gleichnamiger Geldstücke = Masse des als Zirkulationsmittel funktionierenden Geldes

- „Wächst (…) die Anzahl der Umläufe der Geldstücke, so nimmt ihre zirkulierende Masse ab. Nimmt die Anzahl ihrer Umläufe ab, so wächst ihre Masse.“(134), „(b)eschleunigt das eine seine Umlaufgeschwindigkeit, so erlahmt die des andre, oder es fliegt ganz aus der Zirkulationsspähre heraus“(134)

- Die Geschwindigkeit des Geldumlaufs ist die Geschwindigkeit des Formwechsels der Ware und die Verlangsamung des Geldumlaufs die Trennung und gegensätzliche Verselbstständigung dieser Prozeße (G-W-G), die Stockung des Formwechsel (Ursprung der Stockung ist der Zirkulation selbst nicht anzusehen), siehe Fazit auf S. 135

- Drei Faktoren (Preisbewegung, zirkulierende Warenmasse, Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes) können in versch. Richtung und versch. Verhältnissen wechseln, „die zu realisierende Preissumme, daher die durch sie bedingte Masse der Zirkulationsmittel (…) sehr zahlreiche Kombinationen durchmachen“(135), gegenläufige und nivellierende Wirkungen entfalten.

- Es herrscht oft ein Durchschnittsniveau der zirkulierenden Geldmassen

- Die Illusion, dass „die Warenpreise durch die Masse der Zirkulationsmittel und letztre ihrerseits durch die Masse des in einem Lande befindlichen Geldmaterials bestimmt werden, wurzelt (…) in der abgeschmackten Hypothese, daß Waren ohne Preis und Geld ohne Wert in den Zirkulationsprozeß eingehn, wo sich dann ein aliquoter Teil des Warenbreis mit einem aliqouten Teil des Metallbergs austausche“(137f)

c) Die Münze. Das Wertzeichen

- Münze spaltet sich in Real- und Nominalgehalt (hist. z.B. durch Verschleiß) à Möglichkeit, „Metallgeld in seiner Münzfunktion durch Marken aus anderm Material oder Symbole zu ersetzen“(140) à „Relativ wertlose Dinge, Papierzettel, können also (…) als Münze funktionieren“(140), denn in den „metallischen Geldmarken ist der rein symbolische Charakter noch einigermaßen versteckt“(140f)

- Ausgabe von „Staatspapier mit Zwangskurs“ muss sich auf die Quantität beschränken, „worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold (…) wirklich zirkulieren müßte“(141)

- Wenn alle „Zirkulationskanäle zum vollen Grad ihrer Geldabsoptionsfähigkeit mit Papiergeld gefüllt“(142) werden, geht alles Maß verloren, denn aufgrund von Schwankungen in der Zirkulationsspähre können diese morgen übervoll sein

- Dennoch stellt das Papier innerhalb der Warenwelt die „durch ihre immanenten Gesetze bestimmte (allein repräsentierbare) Goldquantität vor“(142)

- Wirkung, als wäre das Gold in seiner Funktion als Maß der Preise verändert worden à „Dieselben Werte, die sich daher vorher im Preise von 1 Pfd.St., drücken sich jetzt im Preise von 2Pfd.St. aus“(142)

- Papiergeld sei nur möglich, solange das Gold als Zirkulationsmittel fungiert und den Tauschwert der Ware nur flüchtig darstellt (vgl. 143)

- Durch den Zwangskurs erhält das Zeichen gesellschaftliche Gültigkeit

3. Geld

- Geld ist die Ware, die als Wertmaß und Zirkulationsmittel fungiert

- Als Geld funktioniert es, wo es in seiner „goldnen Leiblichkeit erscheinen muß“(144) und als „adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert“(144)

a) Schatzbildung

- Geld verwandelt sich „aus Münze in Geld, sobald die Metamorphosenreihe unterbrochen wird“(144)

- Die „naive Form der Schatzbildung“(144) zeugt von einer auf „Selbstbedarf gerichteten Produktionsweise“ (,der) ein fest abgeschloßner Kreis von Bedürfnissen entspricht“(144)

- Findet Verkauf ohne Kauf statt, wird das Geld seiner Funktion als „verschwindene Geldform“ enthoben und „versteinert (…) zum Schatz“(144)

- Es entstehen Gold- und Silberschätze und mit der Ausdehnung der Warenzirkulation wächst die Macht des Geldes, der (…) absolut gesellschaftlichen Form des Reichtums“(siehe 145) à „Alles wird verkäuflich und kaufbar“(145)

- Da Geld kann Privateigentum eines jeden werden à „Die gesellschaftliche Macht wird so zur Privatmacht der Privatperson“(146)

- Geld ist der Form nach schrankenlos, die Geldsumme jedoch quantitativ beschränkt und daher nur Kaufmittel von beschränkter Wirkung à „Dieser Widerspruch (…) treibt den Schatzbildner stets zurück zur Sisyphusarbeit der Akkumulation“(147) à „Je mehr er produziert, desto mehr kann er verkaufen. Arbeitsamkeit, Sparsamkeit und Geiz bilden daher seine Kardinaltugenden, viel verkaufen, wenig kaufen, die Summe seiner politischen Ökonomie“(147)

- Die Umlaufsmasse des Geldes ebbt und flutet rastlos à „Die Schatzreservoirs dienen (…) als Abfuhr- und Zufuhrkanäle des zirkulierenden Geldes, welches seine Umlaufskanäle daher nie überfüllt.“(148 u. Note 95)

b) Zahlungsmittel

- „Mit der Entwicklung der Warenzirkulation wntwicklend sich (…) Verhältnisse, wodurch die Veräußerung der Ware von der Realisierung ihre Preises zeitlich getrennt wird“(149) à Da sich die Metamorphose der Ware ändert, erhält das Geld die Funktion des Zahlungsmittel“ à Verkäufer/Käufer wird Gläubiger/Schuldner

- In dem neuen Verhältnis ist der Preis kontraktlich festgelegt und bestimmt die zu zahlende Geldsumme; Geldversprechen des Käufers bewirkt Händewechsel einer Ware à ideelles Kaufmittel à Geld vermittelt nicht mehr den Kauf, sondern schließt ihn ab (zweite Warenmetamorphose vor ersten)

- „Die Wertgestalt der Ware, Geld, wird also jetzt zum Selbstzweck des Verkaufs durch eine den Verhältnissen des Zirkulationsprozesses selbst entspringende, gesellschaftliche Notwendigkeit“(150)

- Geldmasse zur Realisierung der Preise hängt von der Umlaufsgeschindigkeit der Zahlungsmittel ab, diese wiederrum von der Verkettung der Verhältnisse von Gläubiger und Schulder und der Zeitlänge zwischen den verschiedenen Zahlungsterminen

- Die Kette von nachträglichen ersten Metamorphosen unterscheidet sich wesentlich von den Verschlingungen der Metamorphosenreihen: „Der Zusammenhang (der Metamorphosenreihen) selbst entsteht erst in un mit dem Geldumlauf. Dagegen drückt die Bewegung des Zahlungsmittels einen schon vor ihr fertig vorhandnen gesellschaftlichen Zusammenhang aus“(151)

- „Je massenhafter die Konzentration der Zahlungen, desto kleiner relativ die Bilanz, also die Masse der zirkulierenden Zahlungsmittel“(151)

- Sofern sich die Zahlungen ausgleichen funktioniert Geld als Zahlungsmittel nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. „Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels“(151f.), „sondern als selbstständiges Dasein des Tauschwerts, absoluter Ware“(152)

- In einer Geldkrise, wenn die „prozessierende Kette der Zahlungen“(152) gestört, z.B. unterbrochen wird, schlägt das Geld in ideeller Gestalt plötzlich in hartes Geld um und es herrscht eine „Geldhungersnot“(152), der „Wert verschwindet vor seiner eigenen Wertform“(152)

- „Es läuft Geld um, das der Zirkulation längst entzogene Waren repräsentiert. Es laufen Waren um, deren Geldäquivalent erst in der Zukunft erscheint.“(153) Umlaufende Geld- und Warenmasse decken sich so nicht mehr

- Schuldzertifikate zirkulieren wieder zur Übertragung der Schuldforderungen à Kreditgeld

- Mit der Ausdehnung des Kreditwesens wächst auch die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, Goldmünzen werden in den Kleinhandel zurückgedrängt

- Bei einem bestimmten Umfang der Warenzirkulation, wird Geld „allgemeine Ware der Kontrakte(154), z.B. Renten und Steuern verwandeln sich aus Naturallieferungen in Geldbezahlungen à Zu bestimmten Zeitpunken (Zahlungsterminen) verursacht die Geldmasse, die zu zersplitterten Zahlungen erheischt ist „oberflächliche Perturbationen in der Ökonomie der Zahlungsmittel“(155)

- „Während die Schatzbildung als selbstständige Bereicherungsform verschwindet mit dem Fortschritt der bürgerlichen Gesellschaft, wächst sie umgekehrt mit demselben in der Form von Reservefonds der Zahlungsmittel“(156)

- Zur Umlaufsgeschindigkeit der Zahlungsmittel: Bei gegebener Umlaufsgeschwindigkeit der Zahlungs- und Zirkulationsmittel u. einem gegebenen Zeitabschnitt ist die Gesamtsumme des umlaufenden Geldes gleich der Summe der zu realisierenden Warenpreisen plus der Summe der fälligen Zahlungen, minus der sich ausgleichenden Zahlungen, minus der Anzahl Umläufe worin dasselbe Geldstück abwechselnd als Zirkulations- und als Zahlungsmittel fungiert (vgl. 153); für periodische Zahlungen steht die notwendige Masse der Zahlungsmittel in geradem Verhältnis zur Länge der Zahlungsperioden (vgl. 156)

c) Weltgeld

- „Im Welthandel enfalten die Waren ihren Wert universell“(156) und erst hier wird seine Daseinsweise seinem Begriff adäquat (vgl. 156)

- Die Funktion als Zahlungsmittel, zur Ausgleichung internationaler Bilanzen, herrscht vor(157) und fungiert als absolut gesellschaftliche Materiatur des Reichtusm, wenn Riechtum von einem Land zum anderen geleistet wird (z.B. Geldanleihen zur Kriegsführung)

- Für die Weltmarktzirkulation braucht jedes Land einen Reservefonds und bildet für diesen Schätze von Gold und Silber (vgl. „Schatzbildung“), „jedoch zeigt auffallendes Überfüllen der Schatzreservoirs über ihr Durchschnittsniveau Stockung der Warenzirkulation“(160, vgl. Note 114)

Die Bewegung von Gold- und Silberströmen verteilt sich in die nationalen inneren Umlaufskanäle und „zwischen den verschiedenen nationalen Zirkulationsspähren (…), die den unaufhörlichen Oszillationen des Wechselkurses folgt“(159)


1 Antwort auf “Fundamente zu Marx‘ Werttheorie”


  1. Gravatar Icon 1 schorsch 02. Oktober 2006 um 14:54 Uhr

    Falls der Text bei Rapidshare nicht mehr verfügbar sein sollte, genügt eine Mail an mich per Kontakt-Feld.

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