Archiv für Juli 2006

Fragmente der Kritik: (Neo-)Liberalismus

Hier sollen nur einige Aspekte oder Gedanken der (neo-)liberalen Theorie kritisiert, jedoch kein kritischer Überblick über diese verschafft werden. Ein Überblick verschafft z.B. der Text von Systemtranszendenz, „(Neo)liberalismus“.

Ein großer Unterschied zwischen Marx und Hayek besteht in der Konzeption menschlichen Handelns: Marx fordert im Sinne der Aufklärung Erkenntnis der Realität und folglich bewusste (Um-)Gestaltung dieser durch den Mensch. Er fordert eine Emanzipation des Menschen über scheinbare Natürlichkeiten hinaus und zeigt folgerichtig, dass der Markt, das kapitalistische Wirtschaftswesen abschaffbar ist.
Hayek hingegen fasst den Markt als hohes, gar höchstes Produkt menschlicher Entwicklung und Zivilisation auf, welcher nicht durch Eingriffe des Menschen gesteuert werden soll.
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Fragmente der Kritik: VWL

Im Folgenden sollen einige wenige kritische Anmerkungen zur Volkswirtschaftslehre gemacht werden:

Ein Marxisten bekanntes „Problem“ der VWL besteht darin, dass diese nichtmal ansatzweise zu ergründen sucht, was der Wert der Ware ist. In dem Buch „Im Kreislauf der Wirtschaft-Einführung in die Volkswirtschaftslehre“, herausgegeben vom Bundesverband deutscher Banken e.V. heißt es in dem Kapitel „Der Wert des Geldes“:

„Da wir mit Geld Werte (z.B. ein Brot,…) erwerben können, muss es selbst Wert haben.“

Zu Beginn direkt der erste Fehler. (mehr…)

Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 7

Zusammenfassung von “Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich; Fortsetzung:

3.6 Geld und Austauschprozess (Handlungen der Warenbesitzer)

  • Personen sind nur Repräsentanten der Waren
  • Waren sind für den jeweiligen Produzent nutzlos, Tausch soll ihm den Gebrauchswert verschaffen, den er benötigt → Jeder Möchte seine Ware unmittelbar austauschbar, als allgemeines Äquivalent wissen

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Fragmente der Kritik: Popper

Sir Karl Raimund Popper sprach einmal:

„Wers nicht einfach und klar sagen kann, soll schweigen und weiterarbeiten bis ers klar sagen kann.“

Er favourisiert einen nüchternen Intellektuellen, der ohne „große Worte“, allgemeinverständlich schreibt, also seiner Position und Aufgabe gerecht wird, indem er den Austausch zwischen Intellektuellen und dem „Volke“ forciert und nicht durch kryptische Schreibweise behindert.
Was aus edlen Absichten entsprungen zu sein scheint, und den zweifelhaften Glanz einer vermeintlich intellektuell höchst redlichen Person zu spiegeln vermag, offenbart doch schließlich den affirmativen Gehalt dieser Aussage.
Poppers Aussage impliziert nämlich eine strikte Trennung von Intellektuellen und Nicht-Intellektuellen und zementiert die Teilung von geistiger und körperlicher Arbeit und gleichzeitig auch die Macht, die Intellektuellen nur in einer Gesellschaft zukommt, in der kapitalistische Produktionsweise und genannte Trennung der Arbeit herrscht.
Ebenfalls schließt Popper aus, dass sich das „gemeine Volk“ das Begründungs- und Argumentationsniveau der Experten erschließt und somit auch einen wirklichen Austausch der genannten Personengruppen, oder gar ihre Aufhebung.