Archiv für Juni 2006

Fußballweltmeisterschaft 2006

Unten findet ihr meinen neuesten Text zur Fußball WM 2006.
Der Text ist in Themenbereiche fragmentiert (Nationalismus, Ökonomie, Fußball-an-sich, Kritik der Vorstellungen des harmlosen „Party-Patriotismus“, Gender, Überwachung) und behinhaltet zwei Exkurse (Nationalismus, Neoliberale Restrukturierung der Stadt) und eine Schlußbemerkung.
Da das sich das Lesen mit Word, oder besser auf Papier, angenehmer gestaltet (was auch wegen der Länge und der verwendeten Fußnoten, die hier nicht angezeigt werden können, zu empfehlen ist) folgt der Link zum Download der Word-Datei: Der Text zum Download auf Rapidshare

Der Text:

Fußballweltmeisterschaft 2006

„Scappa, che arriva la patria!“

„Mehr noch als die törichte Begeisterung des großen Haufens für jenen scheinbar zweckfreien Handlungsablauf, welcher sich seit Dezennien im Massenphänomen Sport manifestiert und in dem sich die Individuen für einen Moment vielleicht dem allgegenwärtig gewordenen Verblendungszusammenhang zu entziehen glauben, erstaunt mich der zum unhinterfragbaren Allgemeinplatz geronnene Enthusiasmus für jene spezifische Form obigen Phänomens, namentlich die Zuneigung für den nicht nur hierzulande so beliebten Fußball.“, Theodor W. Adorno , Kritische Einwürfe

Der folgende Text soll verschiedene Diskurse und Kritiken rund um die Fußballweltmeisterschaft 2006 bündeln und eigene kritische Gedanken formulieren. (mehr…)

Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 6

Zusammenfassung von “Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich; Fortsetzung:

3.1 „Gespenstige Gegenständlichkeit“ Produktions- oder Zirkulationstheorie des Werts?

  • Die „Wertgegenständlichkeit“, Wertsubstanz kommt Waren nur gemeinsam im Austausch zu (isoliert ist kein Ding Ware bzw. Wert, besitzt keine Wertgegenständlichkeit; Bsp: Apfel u. Feuerwehrauto wären nur in Verbindung rot, isoliert farblos, siehe S. 51, unten)
  • Die Wertgegenständlichkeit scheint als der einzelnen Waren zukommende Eigenschaft (Suchen wir außerhalb der Tauschbeziehung nach dieser Gegenständlichkeit, wissen wir nicht, wo wir sie packen sollen → „gespenstige Gegenständlichkeit“)

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Brecht again

Bertold Brecht – Tu will kämpfen lernen und lernt sitzen

Tu kam zu Me-ti und sagte: Ich will am Kampf der Klassen teilnehmen. Lehre mich. Me-ti sagte: Setz dich. Tu setzte sich und fragte: Wie soll ich kämpfen? Me-ti lachte und sagte: Sitzt du gut? Ich weiss nicht, sagte Tu erstaunt, wie soll ich anders sitzen? Me-ti erklärte es ihm. Aber, sagte Tu ungeduldig, ich bin nicht gekommen, sitzen zu lernen. Ich weiß, du willst kämpfen lernen, sagte Me-ti geduldig, aber dazu musst du gut sitzen, da wir jetzt eben sitzen und sitzend lernen wollen. Tu sagte: Wenn man immer danach strebt, die bequemste Lage einzunehmen und aus dem Bestehenden das Beste herauszuholen, kurz, wenn man nach Genuss strebt, wie soll man da kämpfen? Me-ti sagte: Wenn man nicht nach Genuss strebt, nicht das Beste aus dem Bestehenden herausholen will und nicht die beste Lage einnehmen will, warum sollte man da kämpfen?