Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 5

Zusammenfassung von “Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich; Fortsetzung:

3.3 Abstrakte Arbeit: Realabstraktion und Geltungsverhältnis

  • Doppelter Warenwert bedeutet Doppelcharakter von Waren produzierender Arbeit
  • Konkrete Arbeiten schaffen Gebrauchswert (z.B. Erlernen von speziellen Tätigkeiten ist Erlernen konkreter Arbeit)

  • Jede konkrete Arbeit produziert Wert, Als Werte sind Waren qualitativ gleich → qualitativ gleiche menschliche Arbeit (vgl. S. 46, Mitte)
  • Tischlerarbeit produziert Wert in der Abstraktion ihrer konkreten Form, die konkrete Gebrauchswerte schafft, dies ist abstrakte Arbeit, keine besondere Art der Arbeitsverausgabung (z.B. Tischlerarbeit u. Fließbandarbeit)
  • Substanzialistische Auffassung: Wertsubstanz stecke in der einzelnen Ware
  • Abstrakte Arbeit ist keine „Denkabstraktion“ (z.B. Gattungsbegriff „Baum“), sondern „Realabstraktion“ (Abstraktion, die im wircklichen Verhalten der Menschen vollzogen wird, unabhängig vom Wissen darum); Indem Waren gleichgesetzt werden, wird faktisch von ihrer konkreten Form abstrahiert, diese gilt jetzt nur als wertbildende „abstrakte“ Arbeit, Die Abstraktion findet real statt, unabhängig, was sich die beteiligten Warenbesitzer dabei denken
  • Der Tausch vollzieht erst die Abstraktion, die abstrakter Arbeit zugrunde liegt, abstrakte Arbeit hat keine ungesellschaftliche, natürliche Grundlage
  • Abstrakte Arbeit ist ein im Tausch konstituiertes Geltungsverhältnis (Im Tausch gilt die verausgabte konkrete Arbeit als ein bestimmtes Quantum Wert bildender abstrakter Arbeit und damit auch als Bestandteil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit)
  • Dies schließt drei Reduktionen ein: (1) individuell verausgabte Arbeitszeit wird auf gesellschaftlich notwendige reduziert (Die durchschnittliche Produktivität hängt von der Gesamtheit der Produzenten eines GW’s ab, Erst im Austausch wird dieser sichtbar, erfhärt der Produzent, wieviel von seiner individuell verausgabten Arbeitszeit, der gesellschaftlich notwendigen entspricht) (2) Wertbildend ist Arbeit außerdem, wenn sie zur Befriedigung des gesellschaftlichen Bedarfs notwendig ist (Des zahlungsfähigen Bedarf; ob dem gesellschaftlichen Bedarf enstprechend produziert wurde, zeigt sich im Tausch; Wirkung ist dieselbe wie bei (1)) (3) komplizierte Arbeit wird im Tausch auf „einfache Durchschnittsarbeit“ reduziert (Was als Qualifikation der einfachen Arbeitskraft gilt, unterscheidet sich in Epoche und Land, steht zu best. Zeit jedoch fest, „komplizierte Arbeit ist höher Wertbildend, als „einfache“ Arbeit, auch wichtig sind gesellschaftliche Hierarchisierungsprozesse, z.B. „Frauen-“ und „Männerarbeit“)

Demnächst: „Gespenstige Gegenständlichkeit“ Produktions- oder Zirkulationstheorie des Werts?