Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 4

Zusammenfassung von “Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich; Fortsetzung:

3. Wert, Arbeit, Geld

3.1 Gebrauchswert, Tauschwert und Wert

  • In der kapitalistischen Gesellschaft werden Güter zu Waren (Für den Austausch bestimmt); Ware ist die „Elementarform“ des Reichtums
  • Naturalform & Gesellschaftliche Form ( z.B. TW; Ding hat TW nur im Austausch mit anderen Waren, die „andere Ware“ ist sein TW)

  • Stabil können nur Tauschverhältnisse sein, die ausschließen, dass Gewinne bzw. Verluste allein durch eine bestimmte Reihenfolge der Tauschakte entstehen. (Könnte durch geschickten Tausch Gewinn dauerhaft enstehen, fände sich irgendwann kein Marktteilnehmer mehr, der mit dem jeweiligen Profiteur tauschen wolle, da sein Gewinn den eigenen Verlust bedeuten würde; Arbeit bleibt jedoch Ursache des Reichtums)
  • Was ist den Dingen gleich? Der Wert (Im Alltagswissen konstituiert er sich durch Erfahrung im Tausch; Abweichungen sind „billig“ oder „teuer“)
  • Was macht diesen „Wert“ aus? Zwei Antworten: 1) Der Nutzen (Wasser ist jedoch billig und hat einen großen Nutzen, Diamanten haben keinen großen Nutzen, sind aber sehr teuer) 2) Die vergegenständlichte Arbeit (Wert von durch Arbeit „massenhaft“ erzeugten Gütern soll erklärt werden; womit der Einwand des „Kunstwerks“ u. des „Bodens“ erledigt ist)
  • Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit schafft Wert
  • Produktivität steigt, Wert sinkt; Produktivität sinkt, Wert steigt (siehe Bsp. S. 41, Mitte)
  • Tausch impliziert Arbeitsteilung
  • Dinge müssen nicht Waren sein, z.B. nehmen Dienstleistungen (Produktsionsakt fällt mit dem Konsumtionsakt zusammen) Warenform an
  • Zwischen materiellen Dingen existiert nur der stoffliche Unterschied, ob es sich um Waren handelt, betrifft jedoch ihre gesellschaftliche Form
  • Obiges ist nicht der Kern der Marxschen Werttheorie

3.2 Ein Beweis der Arbeitswerttheorie? (individuelles Handeln und gesellschaftliche Struktur)

  • Marx war nicht daran interessiert, die „Arbeitswertlehre“ zu beweisen
  • Klassik und Neoklassik legen ihren Theorien rational denkende Individuen zugrunde, projizieren die Gesellschaftlichkeit in die Individuen und erklären aus der Rationalität dieses Menschen (des Warenbesitzers) die Strukturen einer auf Warentausch beruhende Ökonomie (Smith: Produktion/Arbeit kostet „Mühe“, Ding schätzten wir der „Mühe“ nach)
  • Marx: „Die Gesellschaft besteht nich aus Individuen, sondern drückt die Summe der Beziehungen, Verhältnisse aus, worin diese Individuen zueinander stehn“, diese Verhältnisse geben eine bestimmte Rationalität vor, an die sich die Einzelnen halten müssen, wenn sie innerhalb dieser Verhältnisse bestehen wollen. Durch ihr Handeln werden gesellschaftliche Verhältnisse reproduziert.
  • Menschen sind durch den Tausch determiniert, hängen von diesem ab, das eigene Verhalten, das dem Tausch angemeßen agiert, erscheint dem Individuum „natürlich“, durch ihr Handeln reproduzieren die Individuen die auf Tausch basierende Gesellschaft, salopp: „Heute kann sich niemand dem Prinzip des Warentausch verwehren, niemand überlegt, nach seiner Geburt oder Volljährigkeit, ob er/sie tauschen will“
  • Marx begründet seine Werttheorie nicht mit den Überlegungen der Individuen; diese „wissen im Tausch gerade nicht, was sie tun“; Sie wollen/beeinflußen bei der Produktion nicht die gesellschaftliche durchschnittlich benötigte Arbeitszeit als Tauschrelation → Marx will mit der Werttheorie eine Struktur aufdecken, der die Individuen folgen müssen, egal, was sie dabei denken
  • Smith: Schaut sich einen einzelnen Tauschakt an und fragte, wie sich hier die Austuaschrelation bestimmen lässt
  • Marx: Sieht das einzelne Austauschverhältnis als Teil eines bestimmten gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang, bei dem die Reproduktion der Gesellschaft sich über den Tausch vermittelt und fragt, was dies für die gesamten Gesellschaft verausgabte Arbeit bedeutet
  • Verteilung der privat verausgabten Arbeit wird über den Wert vermittelt, wie ist dies möglich? Wie soll privat verausgabte Arbeit zum Bestandteil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit werden?
  • Marx Werttheorie soll den spezifisch gesellschaftlichen Charkter Waren produzierender Arbeit erklären
  • Annahme des ZAP (vgl. Marx’ Brief an Kugelmann, S. 44, unten)

Demnächst: Abstrakte Arbeit: Realabstraktion und Geltungsverhältnis


1 Antwort auf “Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 4”


  1. 1 ascetonym Trackback am 26. Oktober 2009 um 11:40 Uhr
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