Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 3

Zusammenfassung von “Kritik der politischen Ökonomie” von Michael Heinrich; Fortsetzung:

2.2 Theorie und Kritik

  • Weltanschaulicher Marxismus/Volkswirtschaftslehre: Kein Unterschied zwischen den Kategorien, sondern nur zwischen den Ergebnisse der Theorie (VWL sieht die Klassik als veraltet an, somit auch Marx, den sie selbiger zuordnen)
  • Marx wollte die kategorialen Vorraussetzungen einer ganzen Wissenschaft kritisieren (weiteres siehe S. 31, unterer Absatz)

  • Marx kritisiert, was die bürgerliche Ökonomie als selbsverständlich hinnimmt, und was sie zu klären ersucht (z.B. Warenform der Arbeitsprodukte) → Marx kritisiert den axiomatischen Charakter der bürgerlichen Ökonomie u. ihre „Naturalisierung“ u. „Verdinglichung“ (Smith’ „Hang zum Tausch“ [Paradigmatisch:Verabsolutierung der bürgerlichen Gesellschaft u. „Erklärung“ des Bestehenden durch Illusion der Triebhaftigkeit u. Natürlichkeit] u. Waren hätten ein „Eigenleben“ und Wert wäre ihre Eigenschaft, die sie immanent besitzen; Dinge werden zu Subjekten verklärt)
  • Diese (Naturalisierende u. Verdinglichende) Sichtweise ist kein Irrtum, sondern Resultat, das sich aus der Alltagspraxis ergibt, diese Sichtweise ist Basis für die bürgerlichen Kategorien; Religion des Alltagslebens → Verneblung des Bestehenden
  • Bürgerliche Marx Kritik, Weltanschauungsmarxismus u. ML übersehen meist obige Kritik
  • Kritik möchte also das theoretische Feld (selbsverständliche Anschauungen u. spontane Vorstellungen) auflösen; Hier treffen sich Erkenntniskritik (Wie ist Erkentniss möglich?) u. Analyse der KPW (Beide sind voneinander abhängig; VWL/ML vernachlässig(t)en die erste)
  • Die KPW emtwickelt nur die Technik u. Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich [stets]die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter (Dem Kapitalismus ist destruktives Potential immanent; keine moralische Kritik)
  • Marx setzt somit die Kampfgrundlage gegen den Kapitalismus und allgemein für ein besseres Leben u. fordert keine moralisierenden Standarts ein

2.4 Dialektik – eine marxistische Wunderwaffe?

  • Dialektik (1) „Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Menschengesellschaft und des Denkens“, Engels; Dialektische Entwicklungs ist voller Widersprüche u. verläuft unlinear; Für diese Bewegung gelte der Umschlag von „Quantität in Qualität“ u. „Negation der Negation“ (siehe Samen); noch recht inhaltsleer; ML: Dialektik als Wunderwaffe, mit der alles zu erklären ist; (2) Hegels Dialektik ¹ Marx Dialektik; Entwicklung der Kategorien: Kategorien werden auseinander entwickelt u. deren innere Beziehung aufgezeigt (Infwiefern benötigt eine Kategorie eine andere?); Aufbau ist keine Frage der Didaktik, sondern die Darstellung hat selber eine inhaltliche Bedeutung
  • Marx erteilt jedoch eine Absage, an reine Anwedung der Dialektik (vgl. S. 36 oben)
  • Marx dialektische Darstellung ist also keine Anwendung einer Methode, sondern Kategorienkritik

Demnächst: Wert, Arbeit, Geld


1 Antwort auf “Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie – Teil 3”


  1. Gravatar Icon 1 Juli 23. August 2006 um 23:47 Uhr

    letztlich stimmt das sicherlich was du sagst. wenn mensch den text gelesen hat (ich habe extra noch mal reingekuckt eben) dann ist das auch alles sehr verständlich. eine gute stichwortsammlung, quasi.

    nur: wer den text nicht kennt, kann leicht dinge in den falschen hals kriegen. zwischen dem ersten und dem zweiten spiegelpunkt etwa wird nicht klar, das der zweite eine kritik an der position des ersten sein soll. im text halt schon und im kontext auch. aber ohne den text vor augen zu haben macht das schon einen eher schwierigen eindruck…

    genauso ist der erste spiegelstrich nicht ganz unmissverständlich: das mit den kategorien, die keine unterschiede machen – das gilt ja tatsächlich maximal für das, was heinrich „weltanschaulicher marxismus“ nennt. und auch da nur vielleicht – ich zumindest bin mir da nicht so ganz sicher.

    tja, soviel als kleine rückmeldung – die kommentarfunktion soll ja auch was bringen…

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